Micron Aktie: 50-Milliarden-Prognose treibt 17-Prozent-Sprung
25.06.2026 - 14:06:29 | boerse-global.de
Micron hat am Mittwochabend Zahlen geliefert, die den Markt regelrecht überrumpelt haben. Der Speicherchiphersteller meldete für das dritte Fiskalquartal Erlöse, die sich im Jahresvergleich mehr als vervierfacht haben — und gab für das vierte Quartal eine Prognose aus, die selbst optimistische Erwartungen übertraf. Die Aktie reagierte mit einem Tagesplus von knapp 17 Prozent auf 1.075,40 Euro.
Prognose als eigentlicher Kurstreiber
Der Ausblick auf das vierte Fiskalquartal 2026 ist der eigentliche Katalysator. Micron erwartet Erlöse von rund 50 Milliarden Dollar — plus oder minus eine Milliarde. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 31 Dollar liegen, die Bruttomarge bei etwa 86 Prozent.
Zum Vergleich: Im dritten Quartal, das am 28. Mai endete, erzielte Micron Erlöse von 41,46 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 9,30 Milliarden. Das bereinigte Nettoergebnis kletterte auf 28,86 Milliarden Dollar, was 25,11 Dollar je verwässerter Aktie entspricht.
Cashflow unterstreicht die neue Dimension
Hinter den Umsatzzahlen steckt eine noch bemerkenswertere Entwicklung: der freie Cashflow. Micron erwirtschaftete im dritten Quartal einen operativen Cashflow von 25,39 Milliarden Dollar. Nach Abzug der Nettoinvestitionen von 7,1 Milliarden Dollar blieben 18,3 Milliarden Dollar freier Cashflow übrig.
Das Unternehmen schloss das Quartal mit liquiden Mitteln und marktgängigen Anlagen von 30,2 Milliarden Dollar ab. Der Verwaltungsrat beschloss eine Quartalsdividende von 0,15 Dollar je Aktie, zahlbar am 21. Juli 2026.
KI-Infrastruktur treibt alle Segmente
Die Segmentzahlen zeigen, wie breit der KI-Investitionszyklus Microns Geschäft erfasst hat. Das Cloud-Memory-Segment erzielte 13,77 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bruttomarge von 83 Prozent. Das Kernsegment Rechenzentren kam auf 11,52 Milliarden Dollar mit einer Marge von 87 Prozent. Mobile und Client lagen ebenfalls bei 11,52 Milliarden Dollar, Automotive und Embedded bei 4,63 Milliarden Dollar.
Die Margen zwischen 79 und 87 Prozent quer durch alle Segmente signalisieren: Das Preisumfeld für Speicherprodukte ist ungewöhnlich günstig — und das nicht nur in einer Nische.
Halbleitersektor zieht mit
Microns Zahlen strahlten auf den gesamten Sektor aus. Nasdaq-Futures sprangen am Donnerstag um zwei Prozent. In Europa legte der STOXX 600 auf 638 Punkte zu, angeführt von Technologiewerten mit einem Plus von 2,4 Prozent. Infineon, STMicroelectronics, BE Semiconductor und ASML verbuchten ebenfalls Kursgewinne.
Seit Jahresbeginn hat die Micron-Aktie knapp 300 Prozent zugelegt. Das 52-Wochen-Hoch von 1.097,80 Euro, erreicht am heutigen 25. Juni, liegt nur rund zwei Prozent über dem aktuellen Kurs. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen fast 193 Prozent — ein Maß dafür, wie stark sich die Bewertung in kurzer Zeit verschoben hat.
Die entscheidende Frage für die kommenden Monate lautet nun, ob Micron die 50-Milliarden-Dollar-Prognose tatsächlich erreicht und dabei die angekündigte Margenstruktur hält. Gelingt das, dürfte die Diskussion über die Nachhaltigkeit KI-getriebener Speicherpreise eine klare Antwort bekommen.
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