Micron investiert Milliarden in globalen Ausbau für KI-Chips
27.01.2026 - 05:22:12Der US-Speicherchip-Hersteller Micron startet eine weltweite Milliarden-Offensive, um die Nachfrage nach KI-Halbleitern zu bedienen. Mit neuen Fabriken in Singapur, Taiwan und den USA will das Unternehmen seine Marktposition im strategisch wichtigen Speichersegment ausbauen.
Singapur bekommt 24-Milliarden-Euro-Fabrik für NAND-Chips
Am Dienstag hat Micron in Singapur den ersten Spatenstich für eine hochmoderne NAND-Chipfabrik gesetzt. Das Projekt im bestehenden Produktionskomplex des Unternehmens soll in den nächsten zehn Jahren rund 24 Milliarden Euro verschlingen. Die doppelstöckige Fabrik wird Singapurs erste ihrer Art und soll etwa 65.000 Quadratmeter Reinraumfläche hinzufügen.
Ab der zweiten Hälfte 2028 sollen hier die ersten Wafer vom Band laufen. Die Fabrik wird voraussichtlich 1.600 neue Arbeitsplätze schaffen. Künstliche Intelligenz, Roboter und Smart Manufacturing sollen die Produktion steuern. Parallel baut Micron in Singapur bereits eine Anlage für High-Bandwidth Memory (HBM), die ab 2027 liefern soll. Die Kombination von NAND- und DRAM-Produktion vor Ort verspricht Synergien.
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Taiwan-Übernahme soll DRAM-Produktion beschleunigen
Um schneller mehr DRAM-Speicherchips liefern zu können, greift Micron zum Mittel der Übernahme. Am 20. Januar 2026 unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung zum Kauf eines Werks von Powerchip Semiconductor (PSMC) in Tongluo, Taiwan. Der Deal hat ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro.
Der große Vorteil: Micron übernimmt eine fertige 300-mm-Fabrik mit rund 28.000 Quadratmetern Reinraumfläche. So spart das Unternehmen Jahre an Bauzeit. Nach regulatorischer Genehmigung und Abschluss im zweiten Quartal 2026 will Micron die Anlage ausstatten und hochfahren. Bedeutende Mengen an DRAM-Wafern sollen dann ab der zweiten Hälfte 2027 produziert werden. Die Nähe zu Microns bestehenden Anlagen in Taichung soll betriebliche Vorteile bringen.
Mega-Projekte in den USA nehmen Fahrt auf
In den Vereinigten Staaten treibt Micron zwei historische Großprojekte voran, die durch den CHIPS and Science Act gefördert werden. Am 16. Januar 2026 begannen in Onondaga County, New York, die Bauarbeiten für eine Mega-Fabrik. Es handelt sich um die größte private Investition in der Geschichte des Bundesstaates. Geplant sind bis zu vier Fabriken mit einem Investitionsvolumen von bis zu 100 Milliarden Euro über zwei Jahrzehnte.
Der Campus in New York soll die größte Halbleiterfertigung der USA werden und in den nächsten 30 Jahren bis zu 50.000 Arbeitsplätze schaffen. Parallel schreitet der Ausbau in Boise, Idaho, rasch voran. Hier entstehen zwei hochmoderne Fabriken neben dem Hauptforschungszentrum. Die erste Fabrik in Idaho soll bereits Mitte 2027 die ersten Wafer produzieren – früher als ursprünglich geplant. Micron strebt an, in den kommenden Jahren 40 Prozent seiner DRAM-Produktion in den USA anzusiedeln.
Hintergrund: Der KI-Boom treibt die Nachfrage
Der Treiber hinter dieser globalen Expansion ist der ungebremste Hunger nach Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz. High-Bandwidth Memory (HBM) und fortschrittliche DRAM-Chips sind fundamental für KI-Systeme. Berichten zufolge ist Microns Lieferkapazität für bestimmte KI-Speicherprodukte bereits für das gesamte Jahr 2026 ausgebucht.
Die Investitionen spiegeln auch einen geopolitischen Wandel wider. Die Mega-Projekte in den USA sind zentral für die Bestrebungen, kritische Technologie zurückzuholen und die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten zu verringern. Gleichzeitig sichern sich Micron mit den Standorten Singapur und Taiwan Produktion in technologisch fortgeschrittenen und politisch stabilen Regionen. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen seine Investitionsausgaben auf rund 20 Milliarden Euro zu erhöhen – ein klares Bekenntnis zu einem anhaltenden KI-Boom.
Ausblick: Erste Entlastung ab 2027
Microns ehrgeiziger Fahrplan sieht vor, dass die neuen Kapazitäten schrittweise ans Netz gehen. Die übernommene Fabrik in Taiwan und die erste Fabrik in Idaho sollen ab 2027 die ersten nennenswerten Mengen liefern und den angespannten Markt entlasten. Die Großprojekte in Singapur und New York folgen dann ab der zweiten Hälfte 2028.
Die erfolgreiche Umsetzung dieser globalen Strategie wird entscheidend sein, um mit dem prognostizierten Wachstum der KI-Industrie Schritt zu halten. Micron muss komplexe Bauzeitpläne managen, den weltweiten Fachkräftemangel bewältigen und die Kapazitätserweiterungen mit der Marktnachfrage synchronisieren. Die Milliarden-Investitionen sind letztlich eine Grundsatzentscheidung für die Infrastruktur des nächsten Computerzeitalters.
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