Microsoft-Aktie stürzt nach Rekordausgaben für KI ab
30.01.2026 - 05:22:12Die Aktie des Tech-Riesen Microsoft erlebte ihren größten Tagesverlust seit der Marktturbulenz im März 2020. Der Absturz folgte auf die Bekanntgabe rekordverdächtiger Investitionen in die künstliche Intelligenz, die bei Anlegern massive Zweifel an der Profitabilität des milliardenschweren Kurses säten.
KI-Ausgaben schlucken Milliarden – Anleger flüchten
Der dramatische Einbruch von über 350 Milliarden Euro an Börsenwert kam überraschend. Denn Microsofts Zahlen für das zweite Quartal 2026, die am 28. Januar veröffentlicht wurden, übertrafen die Erwartungen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 81,3 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 4,14 Euro. Doch diese starken Kennzahlen wurden von der düsteren Prognose überschattet: Die Kapitalausgaben sollen weiter auf Rekordniveau bleiben.
Im abgelaufenen Quartal schnellten diese Ausgaben bereits um 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 37,5 Milliarden Euro. Das Geld fließt in Hochleistungsprozessoren, den Ausbau von Rechenzentren und eigene KI-Chips. Für Anleger ist die Frage drängend: Wann zahlen sich diese gewaltigen Investitionen endlich aus?
Cloud-Wachstum reicht nicht zur Beruhigung
Selbst das anhaltend starke Wachstum der profitablen Cloud-Sparte konnte die Märkte nicht besänftigen. Der Bereich Microsoft Cloud legte um 26 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro Umsatz zu. Die Azure-Plattform wuchs sogar um 39 Prozent.
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Doch für einen Markt, der sich an immer höhere Steigerungsraten gewöhnt hatte, wirkte diese Entwicklung wie eine Stabilisierung auf hohem Niveau – und nicht wie das erhoffte Durchstarten. Das reicht vielen Investoren nicht als Rechtfertigung für die explodierenden Kosten. Zudem verschärft eine weitere Offenlegung die Sorgen: 45 Prozent des Auftragsbestands von 625 Milliarden Euro hängen an der Partnerschaft mit OpenAI. Das zeigt eine riskante Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter.
Die Geduld der Märkte schwindet: Vom KI-Versprechen zur Rendite
Der Kurssturz spiegelt einen grundlegenden Stimmungswechsel an den Märkten wider. Die Phase, in der ambitionierte KI-Ankündigungen belohnt wurden, ist vorbei. Jetzt herrscht die „Zeig mir die Rendite“-Mentalität. Microsoft steht mit diesem Problem nicht allein da. Die gesamte Cloud-Branche investiert Milliarden in die KI-Infrastruktur, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Analysten bleiben zwar langfristig optimistisch, senken aber kurzfristige Kursziele. Die Botschaft ist klar: Die Strategie mag richtig sein, aber die Gewinne lassen auf sich warten. Die Geduld der Anleger ist am Ende. Der Fokus hat sich vom verheißungsvollen Potenzial der KI auf die harten Zahlen verschoben, die sie tatsächlich erwirtschaftet.
Die Bewährungsprobe steht noch bevor
Für Microsoft beginnt nun die eigentliche Bewährungsprobe. Das Unternehmen muss in den kommenden Quartalen beweisen, dass der beispiellose Kapitalaufwand in nachhaltiges, profitables Wachstum mündet. Alle Blicke richten sich auf Schlüsselkennzahlen: Wird das Azure-Wachstum wieder anziehen? Wie erfolgreich sind bezahlpflichtige KI-Tools wie Microsoft 365 Copilot? Und gelingt es, die Margen trotz des Infrastrukturausbaus zu stabilisieren?
Der Markt hat ein deutliches Signal gesendet. Die Vision einer KI-gesteuerten Zukunft ist faszinierend, doch der Weg dorthin ist teuer. Microsoft muss nun zeigen, wohin die Reise finanziell führt.
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