Microsoft, Google und Salesforce beenden die Alt-Tab-Ära
28.01.2026 - 11:45:12Intelligente Agenten vernetzen jetzt die Arbeitswelt. Neue Updates für Microsoft 365 Copilot, Salesforce Agentforce und Google Workspace schaffen eine Umgebung, in der Daten nicht mehr in isolierten Apps gefangen sind. Sie werden fließend dort verfügbar, wo der Nutzer gerade arbeitet. Branchenbeobachter markieren diesen Januar als Wendepunkt.
Dokumente werden zum Betriebssystem
Das statische Textdokument ist faktisch Geschichte. Treiber sind dynamische Arbeitsflächen wie Microsofts „Copilot Pages“ und Googles „Smart Canvas“. Statt Links zu öffnen, existieren Live-Daten aus externen Quellen direkt in Word oder Excel.
Teams können nun Jira-Tickets oder Salesforce-Kundendaten in einem Meeting-Protokoll bearbeiten – ohne die Oberfläche zu verlassen. Die Integration geht über einfache Einbettungen hinaus: Die Daten synchronisieren sich bidirektional. Eine Änderung in Teams aktualisiert sofort die Datenbank im Hintergrund.
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Das reduziert die „Context Switching Tax“ drastisch. Gemeint ist die kognitive Belastung durch ständiges Wechseln zwischen Fenstern.
Autonome Agenten ersetzen Chatbots
Während 2025 das Jahr der KI-Chatbots war, gehören 2026 die Agenten. Systeme wie Salesforce „Agentforce“ in Slack oder Atlassian „Rovo“ agieren über Plattformgrenzen hinweg. Sie sind keine passiven Wissensdatenbanken mehr, sondern aktive Teammitglieder.
In Slack lösen sie komplexe Workflows aus – vom Mitarbeiter-Onboarding bis zur Ticket-Eskalation. Sie greifen selbstständig auf verknüpfte Systeme zu. Die Interaktion erfolgt in natürlicher Sprache.
Für den Endanwender wird der Chat oder das Dokument zur Kommandozentrale. Komplexe Fachanwendungen wie CRM-Systeme rücken in den Hintergrund und fungieren nur noch als „Backend“.
So profitieren Unternehmen konkret
Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden sichtbar. Die Beseitigung von Datensilos spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Datenqualität.
- Schnellere Prozesse: Unternehmen verzeichnen eine signifikante Beschleunigung bei Genehmigungen und Informationsflüssen.
- Bessere Daten: Wenn Mitarbeiter Datensätze direkt im Arbeitsfluss aktualisieren, sinkt das Risiko veralteter Informationen.
- Neuer Fokus: Es geht nicht mehr um die Bedienung eines Tool, sondern um die Steuerung des vernetzten Informationsflusses.
Die große Herausforderung: Datensicherheit
Trotz der Effizienzgewinne warnen IT-Sicherheitsexperten. Die Auflösung von Anwendungsgrenzen erschwert die klassische Zugriffssteuerung. Wenn ein Salesforce-Datensatz in einem per E-Mail geteilten Word-Dokument lebt, müssen Berechtigungen dynamisch geprüft werden.
Branchenverbände fordern robustere Standards für „Data Governance“. Die großen Anbieter reagieren mit erweiterten Admin-Kontrollen. Gleichzeitig gewinnt die Diskussion um „Schatten-Workflows“ an Fahrt – automatisierte Prozesse, die ohne Wissen der IT-Abteilung entstehen.
Das unsichtbare Interface kommt
Für den Rest des Jahres wird erwartet, dass sich die Schnittstellen weiter auflösen. Entwickler arbeiten an der nächsten Stufe: KI-Modelle sollen proaktiv relevante Daten und Werkzeuge anbieten, bevor der Nutzer überhaupt danach sucht.
Die Vision ist ein „unsichtbares Interface“. Für den Anwender wird die Unterscheidung zwischen Softwareanbietern irrelevant. Der Wettbewerb der Tech-Giganten verlagert sich vom besten App-Design zum besten Ökosystem für Integrationen. Die Unternehmensstrategie für 2026 heißt daher nicht mehr „Best-of-Breed“, sondern „Best-of-Interoperability“.
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