Microsoft, KI-Milliarden

Microsoft: KI-Milliarden auf dem Prüfstand

28.01.2026 - 02:01:12

Microsofts Quartalsbericht steht im Zeichen der KI-Investitionen. Analysten prüfen, ob die massiven Ausgaben für Azure und Copilot erste Gewinne abwerfen und die Margenbelastung rechtfertigen.

Microsofts KI-Investitionen von fast 100 Milliarden Euro stehen heute auf dem Prüfstand. Der Tech-Riese legt nach Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Fiskalquartal vor – und muss zeigen, dass seine gewaltigen Ausgaben für künstliche Intelligenz endlich Rendite bringen.

Die Erwartungen an den Konzern aus Redmond sind hoch. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 80,3 Milliarden Euro für die Monate Oktober bis Dezember 2025. Das wäre ein Plus von über 15 Prozent im Jahresvergleich. Doch die Aufmerksamkeit gilt weniger der Gesamtzahl. Vielmehr blickt die Finanzwelt gespannt auf die Details hinter den Kulissen: Wächst die Azure-Cloud stark genug? Und beginnen die milliardenschweren KI-Dienste wie Copilot endlich, nennenswerte Gewinne abzuwerfen?

Der teure KI-Wettlauf: 99 Milliarden Euro für Infrastruktur

Im Zentrum der Debatte steht eine schwindelerregende Summe: Microsofts Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Allein für das zweite Quartal erwarten Analysten Kapitalausgaben von 36,25 Milliarden Euro – ein Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Der Konzern befindet sich damit im erbitterten Wettlauf mit anderen Tech-Giganten wie Amazon, Alphabet und Meta. Zusammen könnten diese „Hyperscaler“ 2026 über 470 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren pumpen. Für Microsofts gesamtes Fiskaljahr 2026 deutet sich ein Rekordwert von bis zu 99 Milliarden Euro an.

Doch diese Ausgabenflut hat ihren Preis. Die hohen Investitionen drücken die Gewinnmargen des Unternehmens, die auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren fallen könnten. Die entscheidende Frage lautet: Wann beginnt sich der massive Kapitaleinsatz auszuzahlen? Für Aktionäre ist dies eine Art „KI-Steuer“ auf die Profitabilität, die sich langfristig rentieren muss.

Azure-Wachstum: Treibt KI die Cloud-Nachfrage an?

Alles hängt am Erfolg der Azure-Cloudplattform. Sie ist der Wachstumsmotor des Konzerns und soll die milliardenschweren Investitionen rechtfertigen. Die Finanzwelt erwartet für Azure ein Wachstum von etwa 37 Prozent – gemessen in konstanter Währung. Einige Optimisten rechnen sogar mit bis zu 39 Prozent, angetrieben durch den Ausbau großer KI-Rechenzentren.

Der gesamte Segmentumsatz von „Intelligent Cloud“ wird auf rund 32,4 Milliarden Euro geschätzt. Die endgültige Wachstumsrate wird ein entscheidender Indikator sein. Sie zeigt, ob die Nachfrage nach KI-Diensten in der Wirtschaft tatsächlich so robust ist, dass sie den Infrastrukturausbau trägt. Viele Unternehmen haben ihre Kostensparprogramme beendet – jetzt muss sich zeigen, ob sie wieder verstärkt in neue Cloud- und KI-Lösungen investieren.

Die Nagelprobe: Verdient Microsoft wirklich Geld mit KI?

Die größte Herausforderung für Microsoft ist die Monetarisierung seiner KI-Innovationen. Diese Quartalszahlen gelten als „Nagelprobe“ für die gesamte KI-Strategie. Besonders im Fokus stehen die Copilot-Dienste, die in Office- und andere Software-Suiten integriert sind.

Investoren wollen konkrete Daten sehen: Wie viele Unternehmen setzen Copilot bereits ein? Und vor allem: Generieren diese Tools zusätzliche, abrechenbare Umsätze oder bieten sie lediglich strategischen Mehrwert? Es reicht nicht aus, nur in die Technologie von morgen zu investieren. Microsoft muss einen klaren Pfad aufzeigen, wie sich diese Investitionen in bare Münze verwandeln.

Die heutigen Zahlen werden das Vertrauen der gesamten Tech-Branche in das langfristige KI-Geschäft prägen. Die entscheidende Debatte dreht sich darum, wie schnell die immensen Kapitalausgaben in nachhaltige Umsatzströme umgewandelt werden können. Die Prognosen des Managements für die kommenden Monate werden dabei genauso wichtig sein wie die historischen Daten. Jedes Signal, dass die Ausgaben weiter steigen, ohne dass die Umsatzerwartungen entsprechend angehoben werden, könnte die Märkte verunsichern.

Die Aktionäre warten auf eine klare Botschaft: Dass Microsofts historische Wette auf künstliche Intelligenz nicht nur eine größere Infrastruktur, sondern auch ein profitableres und dominanteres Unternehmen für die Zukunft schafft.

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