Mid-Career-Burnout trifft deutsche Wirtschaft hart
11.02.2026 - 11:13:12Erfahrene Fachkräfte fallen reihenweise aus – wegen einer Doppelbelastung in der Lebensmitte. Arbeitsmarktanalysten warnen vor den Folgen des sogenannten „Mid-Career-Burnout“ für die deutsche Wirtschaft. Die Hauptursache ist nicht die reine Arbeitslast, sondern die spezifische „Double Load“ der Sandwich-Generation.
Aktuelle Daten großer Krankenkassen belegen den Trend. Zwar sank der allgemeine Krankenstand leicht, doch psychische Erkrankungen sind die zweithäufigste Ursache für Fehltage – und führen zu den längsten Ausfällen. Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 40 und 55 Jahren.
Die Zange der Sandwich-Generation
Experten sehen die Wurzel des Problems in der Gleichzeitigkeit unvereinbarer Ansprüche. Die Generation zwischen 40 und 55 steckt in der „Rush Hour des Lebens“: Sie unterstützt oft noch die eigenen Kinder, während gleichzeitig die Pflege der Eltern ansteht.
Diese Doppelbelastung wird durch finanzielle Sorgen verschärft. Viele reduzieren die eigene Altersvorsorge, um Angehörige zu unterstützen. Dieser latente Dauerstress untergräbt die Widerstandskraft. Hinzu kommt in vielen Jobs der permanente Druck, sich an neue Technologien wie KI anzupassen.
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Berichte zeigen: Die Fehlzeiten wegen Depressionen steigen mit dem Alter signifikant an. Bei den über 55-Jährigen liegen sie fast doppelt so hoch wie in der Gruppe der 45- bis 49-Jährigen – ein klares Zeichen für kumulative Erschöpfung.
Unternehmen reagieren mit neuen Benefits
Angesichts des Fachkräftemangels schwenken fortschrittliche Personalabteilungen um. Der Fokus verschiebt sich von Kinderbetreuung hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Immer mehr Firmen etablieren lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle.
- Pflege-Sabbaticals: Bezahlte Auszeiten für die akute Organisation von Pflege.
- Job-Sharing auf Senior-Level: Zwei Führungskräfte teilen sich eine Stelle, um die Wochenarbeitszeit zu reduzieren.
- Reverse Mentoring: Jüngere Kollegen schulen Ältere in KI-Tools, erfahrene Mitarbeiter geben strategisches Wissen weiter. Das stärkt das Selbstwertgefühl.
Unternehmen, die solche Strukturen ignorieren, riskieren ihr „institutionelles Gedächtnis“ zu verlieren, wenn langjährige Leistungsträger in den Burnout abgleiten.
Was Betroffene tun können
Da große Auszeiten oft nicht möglich sind, setzen Arbeitspsychologen auf „Micro-Recovery“. Entscheidend ist das Gefühl der Kontrolle über den eigenen Zeitplan – Experten nennen das „Schedule Autonomy“. Dies gilt als stärkster Schutzfaktor.
Ein weiterer Ansatz ist „Job Crafting“. Dabei gestalten Arbeitnehmer ihre Aufgaben aktiv so um, dass sie ihren Stärken entsprechen und Energieräuber minimieren. Statt passiv zu bleiben, verhandeln sie ihre Rolle neu.
Hohe Kosten für die Wirtschaft
Die ökonomischen Auswirkungen sind massiv. Psychische Erkrankungen verursachen extrem lange Ausfallzeiten von durchschnittlich 28 Tagen per Fall. Für Firmen bedeutet der Ausfall einer erfahrenen Fachkraft nicht nur direkte Kosten, sondern auch Projektverzögerungen.
Der Arbeitsmarkt polarisiert sich: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter durch die Sandwich-Phase begleiten, haben eine höhere Bindung. Jene, die auf reine Leistung setzen, kämpfen mit hoher Fluktuation in der eigentlich loyalsten Altersgruppe.
Wird Technologie zur Entlastung?
Experten erwarten für dieses Jahr mehr „Well-Tech“-Lösungen am Arbeitsplatz. KI-Tools zur Messung mentaler Belastung werden bereits getestet. Doch die entscheidende Frage bleibt: Führt der Fortschritt zur Entlastung oder verdichtet er die Arbeit weiter?
Die Fähigkeit zum „Boundary Management“ – also das aktive Setzen von Grenzen zwischen Arbeit, Pflege und Privatleben – wird zur Schlüsselkompetenz für die zweite Karrierehälfte. Die Double Load bleibt, aber die Werkzeuge, sie zu bewältigen, werden besser.
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