Mikroplastik, Darmentzündungen

Mikroplastik verschlimmert chronische Darmentzündungen

22.01.2026 - 19:39:12

Eine Wiener Studie zeigt: Winzige Plastikpartikel verschärfen Darmentzündungen und stören das Mikrobiom. Die Partikel wandern zudem in Blut, Leber und Nieren.

Forscher der Medizinischen Universität Wien verabreichten Mäusen mit Colitis ulcerosa Polystyrol-Partikel – ein Kunststoff aus vielen Lebensmittelverpackungen. Die Ergebnisse sind alarmierend:
* Eine entzündete Darmschleimhaut nimmt mehr Mikroplastik auf. Ein Teufelskreis beginnt.
* Die Partikel triggern Immunzellen (Makrophagen) und verstärken so die Entzündungsreaktion.
* Das Darmmikrobiom gerät aus dem Gleichgewicht: Nützliche Bakterien nehmen ab, schädliche vermehren sich.

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Partikel wandern durch den gesamten Körper

Die Gefahr beschränkt sich nicht auf den Darm. Unter Entzündungsbedingungen reichern sich die Kunststoffpartikel auch in anderen Organen an. Die Studie wies sie im Blutkreislauf sowie in Leber und Nieren nach. Besonders Nanoplastik kann biologische Barrieren überwinden. Diese systemische Verbreitung könnte langfristig die Funktion lebenswichtiger Organe beeinträchtigen.

Studie fügt sich in besorgniserregendes Puzzle ein

Die Wiener Untersuchung bestätigt frühere Hinweise:
* Bereits im Oktober 2025 zeigten Studien, dass Mikroplastik das menschliche Darmmikrobiom verändert – ähnlich wie bei Krankheiten wie Depressionen oder Darmkrebs.
* Eine chinesische Studie von 2022 fand bei CED-Patienten deutlich mehr Mikroplastik im Stuhl als bei Gesunden. Unklar war damals die Ursache.

Die aktuelle Studie liefert nun ein mechanistisches Modell: Mikroplastik kann aktiv zur Verschlimmerung der Erkrankung beitragen.

Ein globales Umweltproblem wird zur Gesundheitskrise

Die Parallele ist auffällig: Während chronisch-entzündliche Darmerkrankungen weltweit zunehmen, steigt auch die Plastikverschmutzung exponentiell. Ein direkter kausaler Zusammenhang muss zwar noch in Langzeitstudien am Menschen belegt werden. Doch die Hinweise verdichten sich, dass Mikroplastik ein relevanter Risikofaktor ist.

Die Forschung steht vor einer großen Herausforderung: Eine unbelastete Kontrollgruppe gibt es kaum noch. Mikroplastik ist allgegenwärtig in Luft, Wasser und Nahrung. Schätzungen gehen von einer wöchentlichen Aufnahme von etwa fünf Gramm aus – dem Gewicht einer Kreditkarte.

@ boerse-global.de