MillerKnoll, Aktie

MillerKnoll Aktie: Zahlen gut, Ausblick trüb

25.06.2026 - 00:25:32 | boerse-global.de

MillerKnoll übertrifft Gewinnerwartungen im vierten Quartal, doch Auftragsrückgang und verhaltener Ausblick belasten die Aktie.

MillerKnoll Aktie: Quartalszahlen überraschen, Ausblick enttäuscht
MillerKnoll - Händler auf dem Handelsparkett 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Earnings-Überraschung nach oben, Kursreaktion nach unten — MillerKnoll liefert ein gemischtes Bild. Der Möbelkonzern schlug im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Gewinnerwartungen, doch der Blick nach vorn bereitet Investoren Kopfzerbrechen.

Besser als erwartet — aber nicht gut genug

Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,55 Dollar, vier Cent über dem Konsens. Der Umsatz erreichte 1,0 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen. Für das Gesamtjahr 2026 verbuchte MillerKnoll Erlöse von 3,8 Milliarden Dollar, ein leichter Anstieg gegenüber 2025.

Allerdings trübt die Profitabilität das Bild. Das bereinigte EPS sank von 0,60 Dollar im Vorjahresquartal auf 0,55 Dollar — ein Rückgang von 8,3 Prozent. Die bereinigte operative Marge schrumpfte auf 6,9 Prozent, nach 7,5 Prozent ein Jahr zuvor. Kein Wunder, dass Anleger trotz des Earnings-Beats skeptisch reagierten: Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie nach einem anfänglichen Kurssprung von 7,7 Prozent wieder deutlich an Boden.

Auftragslage sendet Warnsignale

Das eigentlich Beunruhigende liegt in den Vorlaufindikatoren. Die Aufträge fielen um 6,3 Prozent auf 972 Millionen Dollar, der Auftragsbestand sank von 761 Millionen auf 679 Millionen Dollar — ein Rückgang von fast 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen deuten auf potenzielle Umsatzschwäche in den kommenden Quartalen hin.

Ein relativer Lichtblick: Das Retail-Segment mit Marken wie Design Within Reach und Herman Miller verzeichnete vergleichbare Umsatzwachstumsraten von 3,6 Prozent und steigende Bestellungen in Nordamerika. Für das Geschäftsjahr 2027 plant das Unternehmen die Eröffnung von bis zu elf Herman-Miller-Stores und sieben Design-Within-Reach-Standorten.

Führungswechsel und nüchterner Ausblick

Der Kontext verschärft die Lage zusätzlich. CEO Andi Owen tritt zum 30. Juni zurück, COO Jeff Stutz übernimmt zunächst als Interims-CEO. Stutz gab sich unverblümt: "Our financial performance is not where we want it to be." Seine drei Prioritäten für 2027 — operative Disziplin, Kostenkontrolle, Bilanzstabilität — klingen eher nach Schadensbegrenzung als nach Wachstumsoffensive.

Die Guidance für das Gesamtjahr 2027 umfasst Erlöse von 3,93 bis 4,13 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EPS von 1,85 bis 2,15 Dollar. Das erste Quartal soll mit 0,33 bis 0,39 Dollar je Aktie schwach starten, der Großteil der Gewinne soll erst im zweiten Halbjahr anfallen. Die Nettoverschuldung liegt mit dem 2,8-fachen EBITDA noch über dem Zielkorridor von 2,0 bis 2,5x — Spielraum für größere Investitionen oder beschleunigte Aktienrückkäufe bleibt damit begrenzt.

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