Hurrikan 'Melissa' sorgt fĂŒr mindestens 30 Tote in Karibik
29.10.2025 - 20:15:13 | dpa.deMindestens zehn weitere werden vermisst. Nach seinem Durchzug durch Jamaika erreichte der zerstörerische Sturm zunĂ€chst den sozialistischen Karibikstaat Kuba und nimmt nun Kurs auf die Bahamas. Am Mittwoch (Ortszeit) zog "Melissa" mit Windgeschwindigkeiten von 155 Kilometern pro Stunde ĂŒber den Atlantik in Richtung des Archipels weiter. Der Sturm sorgte fĂŒr schwere SchĂ€den sowie heftige Ăberschwemmungen, insbesondere auf Jamaika, Kuba und Haiti.
Opferzahlen geben Einblick in die VerwĂŒstung
Die höchste Opferzahl wird bisher in Haiti mit mindestens 23 gemeldet. In der Gemeinde Petit GoĂąve sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, nachdem ein Fluss aufgrund der anhaltenden RegenfĂ€lle im Westen des Landes ĂŒber die Ufer getreten ist. Mindestens zehn weitere werden vermisst, wie der Leiter des Zivilschutzes, Emmanuel Pierre, örtlichen Medien sagte. Die HĂ€lfte der Todesopfer seien Kinder. HĂ€user, Autos und Vieh seien von den Wassermassen mitgerissen und Felder zerstört worden, meldete die Zeitung "Le Nouvelliste" unter Berufung auf Augenzeugen. In Haiti waren bereits zuvor weitere drei Menschen ums Leben gekommen.
Auf Jamaika wurden vier Leichen entdeckt, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten, wÀhrend aus Kuba bislang keine Angaben zu Todesopfern vorliegen. Bereits bei den Vorbereitungen auf den Sturm waren in Jamaika nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Menschen beim FÀllen von BÀumen ums Leben gekommen. In der Dominikanischen Republik wurde eine Person getötet.
AufrÀumarbeiten beginnen
"Melissa" hatte Jamaika am Dienstag (Ortszeit) mit der höchsten Kategorie 5 schwer getroffen. Der Hurrikan brachte Sturmfluten, zerstörerische Winde und heftige RegenfĂ€lle mit sich. Die AufrĂ€umarbeiten haben bereits begonnen. Auch auf Kuba verursachte der Hurrikan groĂe VerwĂŒstung. Mehr als 735.000 Menschen waren nach Regierungsangaben zuvor in Sicherheit gebracht worden. Kuba hat knapp zehn Millionen Einwohner. Betroffen war der Osten des Landes.
Wasser bis zu den Knien: Bilder zeigen Ăberschwemmungen
In den sozialen Netzwerken kursierten Videos, die die Situation in den besonders betroffenen Gebieten auf Kuba zeigen sollen: Menschen waten in ihren HĂ€usern durch fast knietiefes Wasser, es sind Hilferufe zu hören. StraĂen verwandelten sich in reiĂende FlĂŒsse. Eduardo CĂłrdoba Bergara suchte in der Ortschaft Banes mit seiner Frau und seinen drei Töchtern Schutz in einer Notunterkunft. "Dass die Familie in Sicherheit ist, beruhigt mich. Das Haus, in dem wir leben, ist in schlechtem Zustand und wird den Winden nicht standhalten", sagte er der kommunistischen Parteizeitung "Granma".
Ausmaà der SchÀden auf Jamaika noch unklar
Angesichts der schweren SchĂ€den erklĂ€rte die Regierung von Jamaika die Karibikinsel zum Katastrophengebiet. Das genaue AusmaĂ war allerdings ein Tag nach dem Eintreffen des Hurrikans noch ungewiss. In örtlichen Medien waren Bilder von zertrĂŒmmerten HĂ€usern in ĂŒberschwemmten StraĂenzĂŒgen zu sehen. Nach Angaben der Behörden wurden KrankenhĂ€user und BrĂŒcken beschĂ€digt. Mehr als 530.000 Haushalte waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Die regionale Gesundheitsbehörde Serha warnte in den von Ăberschwemmungen betroffenen Regionen vor Krokodilen.
Regierungschef Andrew Holness rief die Menschen dazu auf, hoffnungsvoll zu bleiben. "Unser Land wurde von Hurrikan "Melissa" verwĂŒstet, aber wir werden es wieder aufbauen, und zwar noch besser als zuvor", schrieb er auf der Plattform X.
Bahamas: Inseln evakuiert
Nach Kuba soll "Melissa" am Mittwochnachmittag die Bahamas erreichen - laut Hurrikanzentrum immer noch als "starker Hurrikan". Es seien heftige RegenfĂ€lle und Sturzfluten zu erwarten. Die Regierung ordnete Evakuierungen fĂŒr sechs der mehr als 700 Inseln an. FĂŒr den SĂŒdosten und das Zentrum des Archipels der Bahamas galt eine Hurrikan-Warnung. SpĂ€ter soll der Sturm in Richtung Bermuda weiterziehen.
Die Bahamas sind ein Inselstaat im Atlantik sĂŒdöstlich der USA. Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Teile der Land- und MeeresflĂ€che sind als Nationalparks geschĂŒtzt. Der Central-Andros-Nationalpark umfasst neben Mangroven- und Feuchtgebieten Teile des Andros Barrier Reef, das eines der gröĂten Riffe der Welt ist. FĂŒr etliche Tier- und Pflanzenarten sind die Nationalparks ein wichtiges Refugium.
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