Razzia, Abrissfirma

Razzia gegen Abrissfirma - Schaden in Millionenhöhe

18.03.2026 - 14:43:28 | dpa.de

Mit Durchsuchungen in sechs BundeslÀndern sind Ermittler gegen organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe vorgegangen.

An den Aktionen des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt beteiligten sich nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft rund 380 EinsatzkrÀfte.

Insgesamt seien 37 GeschĂ€ftsrĂ€ume und Wohnungen durchsucht worden - mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und in SĂŒdhessen. Vier Haftbefehle und vier Vermögensarreste seien im Zuge der Maßnahmen vollstreckt worden.

Im Mittelpunkt der Razzia sowie der umfangreichen Ermittlungen stehen laut Staatsanwaltschaft die Betreiber eines Bauunternehmens, die hauptsĂ€chlich Abrissarbeiten durchfĂŒhrten und im gesamten Bundesgebiet seit 2020 Leistungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro erbracht hĂ€tten.

31 Personen im Visier der Ermittler

Die Ermittler nahmen den Angaben zufolge Objekte in Frankfurt am Main, Offenbach, Wiesbaden, Bielefeld und WĂŒrselen (beide Nordrhein-Westfalen), Wiesloch und Schwetzingen (beide Baden-WĂŒrttemberg), im thĂŒringischen Eisenberg, in Halle in Sachsen-Anhalt, im bayerischen Aichach sowie im Odenwaldkreis unter die Lupe. Dabei hatten sie insgesamt 31 Personen im Visier, darunter 29 MĂ€nner und zwei Frauen. Gegen sie bestehe der Verdacht des - teils bandenmĂ€ĂŸigen - Vorenthaltens und Veruntreuens von SozialversicherungsbeitrĂ€gen, der Steuerhinterziehung sowie der Beihilfe.

Scheinrechnungen und Schwarzzahlungen von Löhnen

Konkret bestehe der Verdacht, dass in betrÀchtlichem Umfang Löhne "schwarz" ausgezahlt worden seien. Um dies zu verschleiern, sollen die Beschuldigten Scheinrechnungen sogenannter Servicefirmen verwendet und damit Leistungen von Subunternehmen vorgetÀuscht haben, die jedoch nie erbracht worden seien.

TatsĂ€chlich soll das Geld nach Begleichung der Scheinrechnungen bar abgehoben und an die Betreiber des Bauunternehmens zurĂŒckgezahlt worden sein, die es dann zur Zahlung von Schwarzlöhnen verwendet haben sollen. Der bisher ermittelte Umfang angekaufter Scheinrechnungen belĂ€uft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf ĂŒber 12 Millionen Euro.

Die Ermittlungen richteten sich auch gegen mehrere Beschuldigte, die an dem Betrieb der Servicefirmen beteiligt gewesen seien, hieß es. Der bisher ermittelte Gesamtschaden fĂŒr die TrĂ€ger der Sozialversicherung und den Fiskus belaufe sich auf rund 7,8 Millionen Euro. Zur vorlĂ€ufigen Sicherung von Vermögenswerten seien durch das Gericht Vermögensarreste in Höhe von rund 8,4 Millionen Euro angeordnet und durch PfĂ€ndungen vollstreckt worden.

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