Norden fordert schÀrferes Klimaschutzprogramm vom Bund
09.12.2025 - 15:25:22Darauf verstĂ€ndigte sich die schwarz-grĂŒne Koalition nach Angaben von MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther. Dem Umweltministerium in Kiel zufolge soll der Antrag kommende Woche im Rat besprochen werden.
Das Land fordere vom Bund, in allen Bereichen Planungssicherheit zu garantieren und aufzuzeigen, wie die Klimaziele erreicht werden sollen, sagte der CDU-Politiker GĂŒnther. "Denn wir nehmen wahr, dass es bei vielen Unternehmen auch einen groĂen Bedarf danach gibt, dass diese Klarheit auch geschaffen wird."
Vor allem in den Bereichen GebĂ€ude und Verkehr hĂ€nge das Erreichen der Klimaziele in Schleswig-Holstein eng mit den Vorgaben von Bund und EU zusammen. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien dĂŒrfe nicht ins Stocken geraten. GĂŒnther forderte: "Da erwarten wir kein Wackeln, sondern ein klares Festhalten an den Zielen."
Transformation durch wirtschaftliche Anreize fördern
Das nördlichste Bundesland plĂ€diert in der Initiative dafĂŒr, den Emissionshandel fĂŒr GebĂ€ude und Verkehr ab 2027 einzufĂŒhren. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Senkung der Energiepreise, insbesondere der Stromsteuer fĂŒr alle Verbraucher. Das wĂŒrde strombasierte Technologien wettbewerbsfĂ€higer machen und die Akzeptanz der Energiewende stĂ€rken, hieĂ es.
Umweltminister Tobias Goldschmidt (GrĂŒne) erklĂ€rte, dass das Land sicherstellen wolle, dass die verfĂŒgbaren Mittel - sowohl aus den Sondervermögen als auch insgesamt - so eingesetzt werden, dass klimaneutrale Produkte zum Einsatz kommen. So solle beispielsweise in öffentlichen Ausschreibungen festgelegt werden, dass klimaneutrale Produkte genutzt werden mĂŒssen. Die Transformation mĂŒsse durch wirtschaftliche Anreize fĂŒr klimafreundliche Produkte und Investitionen vorangetrieben werden.
GĂŒnther hofft auf RĂŒckhalt
Die Sorge, mit der Bundesratsinitiative allein zu stehen, teilt Schleswig-Holstein nicht. "Wir haben VerbĂŒndete, was das Thema angeht", sagte GĂŒnther. Schleswig-Holstein arbeite eng mit allen norddeutschen LĂ€ndern zusammen - auch auf der Ebene der Energie- und Wirtschaftsminister sowie der MinisterprĂ€sidenten. "Von daher mache ich mir da sehr groĂe Hoffnung, dass wir da auch auf positiven RĂŒckhalt im Bundesrat treffen", erklĂ€rte der MinisterprĂ€sident.
Investitionen in Billionenhöhe nötig
Julia BlĂ€sius, Direktorin der Agora Energiewende, erklĂ€rte, Deutschland mĂŒsse bis 2045 Investitionen von 11,3 Billionen Euro aufbringen, um klimaneutral zu werden. BlĂ€sius zufolge liegt darin aber auch eine Chance, denn die Investitionen erlauben es in ihren Augen nicht nur, die KlimaneutralitĂ€t bis 2045 zu erreichen, sondern auch WettbewerbsfĂ€higkeit und Resilienz zu stĂ€rken sowie unabhĂ€ngiger von importierten fossilen EnergietrĂ€gern zu werden.
Drei Viertel der Summe entstĂŒnden ohnehin, weil Industrieanlagen ersetzt oder modernisiert werden mĂŒssten. BlĂ€sius hob hervor: "80 Prozent dieser Investitionen mĂŒssen von privater Seite getĂ€tigt werden." DafĂŒr brauche es verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen - sowohl fĂŒr Unternehmen als auch fĂŒr Privathaushalte.

