'Unser Stahl geht baden': Stahlarbeiter springen ins Wasser
12.09.2025 - 14:09:10Unter dem Motto "Unser Stahl geht baden" sprangen rund 60 Stahlarbeiter von der Kaimauer ins Hafenbecken. An einer parallelen Kundgebung nahmen nach Angaben der IG Metall mehr als 550 BeschĂ€ftigte teil, darunter auch Mitarbeiter der Stahlunternehmen HKM und Thyssenkrupp DE0007500001 Steel. Arcelormittal stellt in Duisburg unter anderem Draht fĂŒr die Autoindustrie und den Maschinenbau her und beschĂ€ftigt laut IG Metall rund 850 Menschen.
Arcelormittal hatte im Juni Investitionen in den Ausbau einer klimaschonenderen Stahlproduktion unter Verweis auf die wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland zurĂŒckgestellt. Betroffen davon ist auch der Standort Duisburg. Dort sollte ein Elektrolichtbogenofen gebaut werden. Mittelfristig gefĂ€hrde dies 450 ArbeitsplĂ€tze in Duisburg und langfristig den gesamten Duisburger Arcelormittal-Standort, so die IG Metall. Die Gewerkschaft fordert von der Politik unter anderem die EinfĂŒhrung eines Industriestrompreises sowie einen besseren Schutz vor Billigimporten.
"Mit der Aktion wollen wir darauf hinweisen, was passiert, wenn die Politik nicht sofort handelt: Stahl geht baden", erklĂ€rte der Betriebsratsvorsitzende von Arcelormittal Duisburg, Wolfgang Kleber. "Wir werden aber nicht zuschauen, wie ein zu hoher Strompreis dafĂŒr sorgt, dass unsere ArbeitsplĂ€tze verschwinden. Es ist lĂ€ngst fĂŒnf nach und nicht fĂŒnf vor zwölf." Die Aktion hatte daher symbolisch um 12:05 Uhr begonnen.

