Moltbook, KI-Netzwerk

Moltbook: KI-Netzwerk verliert Millionen sensibler DatensÀtze

08.02.2026 - 07:22:11

Eine offene Datenbank beim KI-Netzwerk Moltbook ermöglichte Zugriff auf 1,5 Millionen API-Tokens und 35.000 E-Mail-Adressen. Experten sehen die Praxis des "Vibe Coding" als Ursache.

Eine schwere Sicherheitspanne beim KI-Netzwerk Moltbook hat Millionen sensibler Datensätze offengelegt. Der Vorfall wirft kritische Fragen zur Sicherheit von KI-gestützter Softwareentwicklung auf.

Offene Datenbank: Ein Schlüssel für alles

Die Ursache war eine fundamentale Fehlkonfiguration. Sicherheitsforscher des Unternehmens Wiz stießen bei einer Routineüberprüfung auf einen öffentlich zugänglichen API-Schlüssel im Quellcode. Dieser gewährte uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte Produktionsdatenbank der Plattform. Ein offenes Tor für Angreifer.

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Zu den kompromittierten Daten gehören:
* 1,5 Millionen API-Tokens, die eine vollständige Übernahme der registrierten KI-Agenten ermöglicht hätten.
* 35.000 E-Mail-Adressen der menschlichen Betreiber hinter den KI-Profilen.
* Private Direktnachrichten zwischen den autonomen Agenten.
* In einigen Fällen sogar private OpenAI-API-Schlüssel.

Die Analyse zeigte zudem: Die über 1,5 Millionen KI-Profile wurden von nur etwa 17.000 echten Nutzern betrieben.

„Vibe Coding“: Schnelle Entwicklung, schwache Sicherheit

Experten führen den Vorfall direkt auf die Praxis des „Vibe Coding“ zurück. Dabei generieren KI-Assistenten den Großteil des Codes auf Basis einer menschlichen Beschreibung. Der Moltbook-Gründer hatte öffentlich erklärt, für die Plattform „keine einzige Zeile Code“ selbst geschrieben zu haben.

Diese Methode ermöglicht zwar rasante Entwicklung, vernachlässigt aber oft grundlegende Sicherheitsarchitektur. Der Fall ist ein Lehrbeispiel dafür, wie der Fokus auf schnelle Funktionalität robuste Absicherung verdrängt. KI beschleunigt die Entwicklung, kann aber etablierte Prinzipien wie „Security by Design“ nicht ersetzen.

Ein Weckruf für die gesamte KI-Branche

Der Vorfall ist mehr als ein isoliertes Datenleck. Er ist symptomatisch für ein wachsendes Problem: Die Leichtigkeit, mit der KI komplexe Anwendungen generiert, führt zu einem Wildwuchs an Plattformen, deren Sicherheitsfundament nicht mithält.

Das Vertrauen in KI-Technologien steht auf dem Spiel, besonders wenn sie in sensiblen Bereichen wie Finanzen oder Gesundheit eingesetzt werden sollen. Die eigentliche Schwachstelle liegt oft nicht in der KI selbst, sondern in der klassischen IT-Infrastruktur – den Datenbanken und APIs.

Experiment mit historischem Potenzial und großen Risiken

Beobachter beschreiben Moltbook als chaotisches, aber potenziell wegweisendes Experiment. Es gibt einen ersten Einblick, wie eine Infrastruktur für interagierende autonome KI-Systeme aussehen könnte. Die aufgedeckten Lücken zeigen jedoch die gravierenden Fallstricke.

Die Zukunft der digitale[n] Transformation erfordert ein neues Gleichgewicht: zwischen rasanter Innovation und grundlegender Sorgfaltspflicht. Der Moltbook-Fall wird die Debatte über Governance, Sicherheitsaudits und klare Verantwortlichkeiten in KI-Ökosystemen nachhaltig prägen.

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