ROUNDUP, Moskau

Moskau bestellt GeschÀftstrÀger deutscher Botschaft ein

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 16:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das russische Außenministerium hat den GeschĂ€ftstrĂ€ger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Berlins Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig zu protestieren.

Die Einbestellung sei wegen der antirussischen Handlungen und der Äußerungen der deutschen FĂŒhrung erfolgt, teilte das Ministerium mit. Auf einem Video war zu sehen, wie der Diplomat mit dem Leiter der politischen Abteilung der Botschaft vorfuhr und das GebĂ€ude betrat. Der neue Botschafter Clemens von Goetze ist demnach nicht in der Stadt.

Die russische Seite weise die "völlig aus der Luft gegriffenen VorwĂŒrfe einer russischen Beteiligung an dem angeblichen Vorfall am Flughafen Leipzig entschieden zurĂŒck", hieß es in einer Mitteilung nach dem GesprĂ€ch. Berlin greife zu "offener Provokation", um die russisch-deutschen Beziehungen zu untergraben. "Auf die Handlungen der deutschen Regierung wird eine harte Antwort folgen", drohte das Außenministerium in Moskau.

Russland hat Gegensanktionen angekĂŒndigt. Als denkbar gilt eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.

Russland bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben. Russland sieht den Fall um das nicht detonierte Flugobjekt als eine "Provokation", die allein den Interessen von militaristischen Kreisen in Europa und in der Ukraine diene.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatten am Vortag Russland fĂŒr den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekĂŒndigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag fĂŒr das Russische Haus in Berlin gekĂŒndigt.

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