Tote und Verletzte nahe Moskau
17.05.2026 - 12:36:31 | dpa.de(Neu: weitere Details und Informationen)
MOSKAU/KIEW (dpa-AFX) - Bei massiven ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sprach auch von fĂŒnf Verletzten, nachdem im Zuge der Angriffe zahlreiche WohnhĂ€user beschĂ€digt worden seien.
In Moskau berichtete BĂŒrgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ălraffinerie. Getroffen worden seien Bauarbeiter nahe der Anlage, das Werk selbst sei technisch weiter intakt.
Eigentlich rĂŒhmt sich die Hauptstadtregion damit, ĂŒber die beste und dichteste Flugabwehr in Russland zu verfĂŒgen. Treffer gab es zwar schon in der Vergangenheit. Die Hauptstadtmedien berichten nun aber von einem der heftigsten ukrainischen Angriffe seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren - und den gröĂten seit Jahresbeginn.
Die Russen erleben zunehmend, wie der von Kremlchef Wladimir Putin befohlene Krieg gegen die Ukraine auf sie selbst zurĂŒckschlĂ€gt. "Allen Verletzten wird die notwendige medizinische Hilfe zuteil. Den Familien der Verstorbenen und Verletzten werden wir auf jeden Fall helfen", teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, bei Telegram mit.
Russland: Fast 600 ukrainische Drohnen abgeschossen
Auf den FlughĂ€fen der Hauptstadt saĂen Reisende stundenlang fest, weil es wegen der Drohnengefahr zeitweilig keine Starts und Landungen gab. Dutzende FlĂŒge fielen aus, verspĂ€teten sich oder wurden auf andere Airports umgeleitet.
Kiew wehrt sich mit diesen GegenschlĂ€gen gegen Putins Krieg. Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Morgen, in verschiedenen Regionen 586 Drohnen abgeschossen zu haben. Das wĂ€re eine ĂŒberdurchschnittlich hohe Zahl. Von unabhĂ€ngiger Seite sind diese Angaben nicht ĂŒberprĂŒfbar. Allein in Moskau berichtete BĂŒrgermeister Sobjanin in seinem Telegram-Kanal von mehr als 120 abgeschossenen Flugobjekten.
In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine starb laut örtlichen Medien ein Mann in einem Lastwagen, als das Fahrzeug von einer Drohne getroffen wurde. Eine offizielle BestÀtigung der Behörden gab es zunÀchst nicht.
Die Zahlen der toten und verletzten Zivilisten sowie SchÀden auf russischer Seite stehen in keinem VerhÀltnis zu den um ein Vielfaches höheren Verlusten und massiven Zerstörungen in der Ukraine durch Moskaus verheerenden Angriffskrieg.
Selenskyj: 52 Tote und Hunderte Verletzte in einer Woche
Zuvor hatte in der Ukraine PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nach den tödlichen russischen Attacken Vergeltung angedroht. Allein in der zurĂŒckliegenden Woche hĂ€tten die Russen ĂŒber 3.170 flugzeugĂ€hnliche Drohnen, mehr als 1.300 Gleitbomben und 74 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt.
"Leider kamen infolge der Angriffe im Laufe der Woche 52 Menschen ums Leben", teilte er am Morgen in seinem Telegram-Kanal mit. Weitere 346 Menschen seien verletzt worden, darunter 22 Kinder.
"Unsere Bevölkerung braucht mehr Schutz, und alles, was die ukrainische Luftabwehr unterstĂŒtzt, trĂ€gt letztlich dazu bei, Leben zu retten", sagte er. Die Ukraine brauche mehr Schutz gegen ballistische Raketen - und stĂ€rkere UnterstĂŒtzung von ihren VerbĂŒndeten. Die ukrainische Flugabwehr meldete am Morgen, dass Russland mit fast 300 Drohnen angegriffen habe, 279 seien unschĂ€dlich gemacht worden.
Drohnenalarm in Lettland: Flugobjekt durchquert Luftraum
Im Baltikum informierten die StreitkrĂ€fte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner ĂŒber eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes. Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die StreitkrĂ€fte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieĂ es, ohne nĂ€here Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch DrohnenvorfĂ€lle auf lettischem Gebiet.
"Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu VorfĂ€llen kommt, bei denen auslĂ€ndische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nĂ€hern", teilte das MilitĂ€r weiter mit. Der Luftraum werde stĂ€ndig ĂŒberwacht, gemeinsam mit den Nato-VerbĂŒndeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewĂ€hrleistet.
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