Multivitamine bremsen die biologische Alterung
03.04.2026 - 13:11:31 | boerse-global.deEine tĂ€gliche Multivitamin-Tablette kann das biologische Altern messbar verlangsamen. Das zeigt eine neue Analyse der groĂen COSMOS-Studie, die kĂŒrzlich im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse liefern erstmals konkrete Belege dafĂŒr, dass eine einfache NahrungsergĂ€nzung die zellulĂ€re Uhr bei gesunden Senioren zurĂŒckdrehen kann.
Ein Effekt von vier Monaten in zwei Jahren
Forscher von Mass General Brigham und der Harvard Medical School analysierten ĂŒber zwei Jahre hinweg Daten von 958 gesunden Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren. Eine HĂ€lfte der Teilnehmer nahm tĂ€glich ein handelsĂŒbliches MultivitaminprĂ€parat, die andere ein Placebo.
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Die Auswertung von Blutproben ergab: Die Zellen der Multivitamin-Gruppe alterten biologisch langsamer. Der Effekt entsprach einer VerjĂŒngung um etwa vier Monate im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Besonders stark profitierten Personen, deren biologisches Alter zu Studienbeginn bereits höher war als ihr tatsĂ€chliches.
Die epigenetische Uhr tickt langsamer
Wie misst man das? Die Wissenschaftler nutzten sogenannte epigenetische Uhren. Diese analysieren chemische Markierungen an der DNA â die Methylierung â, die sich mit dem Alter systematisch verĂ€ndern. Sie gelten als prĂ€ziser Indikator fĂŒr den tatsĂ€chlichen Gesundheitszustand der Zellen als das Geburtsdatum.
Das MultivitaminprĂ€parat zeigte positive Effekte auf mehrere dieser Uhren, insbesondere auf jene, die mit Sterblichkeitsrisiko und körperlicher Fitness verknĂŒpft sind. Die Forscher vermuten, dass Vitamine und Mineralstoffe als Co-Faktoren fĂŒr Reparatur- und Schutzprozesse der DNA fungieren und so oxidativen Stress reduzieren.
Die BrĂŒcke zur Gehirngesundheit
Die neuen Daten schlieĂen eine wichtige LĂŒcke. FrĂŒhere COSMOS-Teilstudien hatten bereits ergeben, dass Multivitamine den kognitiven Abbau um bis zu zwei Jahre verzögern können. Unklar blieb aber der zugrundeliegende Mechanismus.
Die aktuelle Analyse legt nun nahe: Die beobachtete VerjĂŒngung des GedĂ€chtsnisses könnte direkt mit der Verlangsamung der zellulĂ€ren Alterung im ganzen Körper zusammenhĂ€ngen. Das stoffwechselaktive Gehirn profitiert besonders von einer stabilen NĂ€hrstoffversorgung.
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Kein Freifahrtschein fĂŒr ungesunde ErnĂ€hrung
âDie Ergebnisse sind vielversprechend, aber kein Ersatz fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrungâ, betont Studienleiter Howard Sesso. Eine gesunde ErnĂ€hrung bleibe die primĂ€re NĂ€hrstoffquelle. Multivitamine könnten jedoch helfen, typische VersorgungslĂŒcken im Alter zu schlieĂen, die durch verringerte Resorption oder Appetit entstehen.
Kritiker weisen auf eine teilweise Industriefinanzierung der Studie hin. Die Forscher halten dagegen: Das Design als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie erfĂŒlle höchste wissenschaftliche Standards. Zudem sei der gemessene Effekt moderat und realistisch â nicht die Wirkung eines Wundermittels.
Was kommt als NĂ€chstes?
Das COSMOS-Team plant weitere Folgestudien. Sie wollen untersuchen, ob der VerjĂŒngungseffekt nach Studienende anhĂ€lt und ob er sich in weniger altersbedingten Krankheiten wie Krebs niederschlĂ€gt. Ein weiterer Fokus liegt darauf, die spezifischen Vitamine und Mineralstoffe zu identifizieren, die fĂŒr den Anti-Aging-Effekt verantwortlich sind.
Könnten auch jĂŒngere Menschen profitieren? Diese Frage bleibt vorerst offen. FĂŒr Senioren aber scheint klar: Eine einfache tĂ€gliche Tablette kann ein wirksamer Baustein sein, um nicht nur lĂ€nger, sondern vor allem gesĂŒnder zu leben.
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