Verdi, ArbeitsplÀtze

Verdi hĂ€lt ArbeitsplĂ€tze bei Breuninger vorerst fĂŒr sicher

29.08.2024 - 12:00:14

Nach dem Bekanntwerden eines möglichen Verkaufs der Warenhauskette Breuninger sieht die Gewerkschaft Verdi erst einmal keine grĂ¶ĂŸere Gefahr fĂŒr die 6.500 ArbeitsplĂ€tze in Deutschland.

"Ich mache mir um die Arbeitsplatzsicherheit weniger Sorgen. Breuninger steht deutlich besser da als andere TextilhĂ€ndler", sagte der Landesfachbereichsleiter Handel, Wolfgang KrĂŒger, in Stuttgart. Manche BeschĂ€ftigte seien aber in Sorge. Die hinter der Breuninger Gruppe stehenden EigentĂŒmerfamilien wollen sich nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" sowohl vom HandelsgeschĂ€ft als auch den zugehörigen Immobilien trennen.

Einer Aufstellung der Investmentbank Macquarie zufolge hĂ€tten 31 Unternehmen Interesse an Breuninger angemeldet, darunter sowohl Finanzinvestoren als auch Handelsunternehmen. Einige von ihnen sind nur am Warenhausbetrieb interessiert, andere nur an den Immobilien. Zur dritten Gruppe gehörten Unternehmen, die sich vorstellen können, beides zu ĂŒbernehmen. Der Warenhauskonzern war zunĂ€chst nicht fĂŒr eine Stellungnahme erreichbar.

Ein Sprecher von Breuninger Ă€ußerte sich nach Angaben der "Wirtschaftswoche" vom Mittwoch zu Fragen rund um den Verkauf nicht. Der PrĂ€sident des Handelsverbands Baden-WĂŒrttemberg, Hermann Hutter, sagte, Breuninger sei ein Leuchtturm. Im Falle eines Verkaufs hoffe er, dass die Warenhauskette von einem Investor ĂŒbernommen werde, der die LĂ€den mit ĂŒbernehme. Sie seien wichtig fĂŒr die InnenstĂ€dte.

Pleitewelle in der Modebranche

In Verhandlungskreisen wird dem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge spekuliert, dass die gesamte Breuninger-Gruppe auf Basis eines Unternehmenswerts von 2,5 Milliarden Euro verkauft werden könne. AbzĂŒglich Schulden könnte der Kaufpreis rund zwei Milliarden Euro betragen, wobei rund 1,8 Milliarden Euro allein auf die Immobilien entfallen dĂŒrften. Erste Angebote sollten bis Ende Oktober vorliegen.

Breuninger betreibt 13 WarenhĂ€user unter anderem in Stuttgart und DĂŒsseldorf. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe dem Bericht zufolge rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Rund 50 Prozent davon steuere der in zehn LĂ€ndern prĂ€sente Online-Shop bei.

Die Modebranche erlebt schwierige Zeiten, zuletzt gab es eine Pleitewelle. So meldeten unter anderem der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof, der DĂŒsseldorfer ModehĂ€ndler Peek & Cloppenburg, der Modehersteller Gerry Weber und der deutsche Ableger der Modemarke Scotch & Soda Insolvenz an.

@ dpa.de