VerdÀchtige, Brandanschlag

Zwei VerdĂ€chtige nach Brandanschlag in MĂŒnchen in U-Haft

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 14:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in der NĂ€he von RĂŒstungsunternehmen in MĂŒnchen sind zwei TatverdĂ€chtige in Untersuchungshaft gekommen.

Der 28 Jahre alten Bulgarin und ihrem zehn Jahre Ă€lteren Landsmann wird SachbeschĂ€digung und versuchte Brandstiftung zur Last gelegt, wie Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen und bayerisches Landeskriminalamt mitteilten. Sie sollen aus einem Auto heraus BrandsĂ€tze geworfen haben. Ein Ermittlungsrichter erließ die Haftbefehle.

Bislang keine weiteren VerdÀchtigen

Bei der Tat in der Nacht zum Donnerstag war niemand verletzt worden und kein großer Schaden entstanden. Ein Zeuge beobachtete die mutmaßlichen TĂ€ter, die Polizei nahm die zwei VerdĂ€chtigen spĂ€ter an einer Tankstelle fest. Weitere VerdĂ€chtig gibt es bislang nicht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte. Im Zuge der Ermittlungen wurden drei Wohnungen im Landkreis MĂŒnchen durchsucht und zahlreiche GegenstĂ€nde sichergestellt. Diese werden nun ausgewertet.

In Nachbarschaft der Baustelle befinden sich unter anderem die Firmenzentralen des Sicherheitstechnikherstellers Rohde & Schwarz und des Drohnenherstellers Helsing. Bei letzterem ist öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen StreitkrÀfte im Krieg gegen Russland beliefert.

Ermittler und Politiker gehen von politischem Motiv aus

Ob die Unternehmen das Ziel waren, ist nicht geklĂ€rt. Einer der BrandsĂ€tze löste ein Feuer aus, das Polizisten löschten. Ein zweiter Brandsatz wurde entschĂ€rft. Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gehen jedoch von einem politischen Hintergrund aus. Deswegen hat die MĂŒnchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen ĂŒbernommen. Bei der Behörde ist die bayerische Zentralstelle zur BekĂ€mpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.

Bayern ein Zentrum der RĂŒstungsindustrie

Bayern und der Großraum MĂŒnchen zĂ€hlen seit jeher zu den Zentren der deutschen RĂŒstungsindustrie. Rohde & Schwarz ist kein RĂŒstungsunternehmen im eigentlichen Sinn. Das Familienunternehmen stellt Mess- und Sicherheitstechnik her, hat jedoch eine militĂ€rische Sparte.

Helsing produziert unter anderem KI-gesteuerte Kampfdrohnen. Nach EinschĂ€tzung der Sicherheitsbehörden ist die GefĂ€hrdung der deutschen RĂŒstungsindustrie im Zuge des Ukraine-Kriegs gestiegen. Nach Zahlen des bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem vergangenen Jahr entfiel ein Drittel der bundesweiten UmsĂ€tze in dem Bereich auf in Bayern ansĂ€ssige Firmen. Die Branche beschĂ€ftigte im Freistaat demnach 45.000 Menschen. Sowohl UmsĂ€tze als auch Mitarbeiterzahlen wachsen, weil die europĂ€ischen Nato-Staaten ihre Verteidigungsausgaben stark erhöht haben.

Bundesregierung berĂ€t ĂŒber Drohnenabwehr

Der Anschlag steht in einer Reihe von Sabotageakten gegen Unternehmen und wichtige Einrichtungen in ganz Deutschland. Darum berĂ€t die Bundesregierung in Abstimmung mit den LĂ€ndern nun ĂŒber neue Befugnisse fĂŒr die Drohnenabwehr sowie weitere Schutzmaßnahmen. Das teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit.

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