Aktien New York: Anleger treten nach Rekorden auf die Bremse
13.01.2026 - 20:11:21 | dpa.deDer Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 verlor zuletzt 0,7 Prozent auf 49.265 Punkte. Tags zuvor hatte der US-Leitindex mit 49.633 Punkten eine weitere Bestmarke aufgestellt.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 fiel am Dienstag um 0,3 Prozent auf 6.954 ZÀhler, nachdem er am Freitag und Montag HöchststÀnde markiert hatte. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Nasdaq 100 US6311011026 am Dienstag um 0,4 Prozent auf 25.689 Punkte nach.
Die unruhigen HandelsaktivitĂ€ten spiegelten möglicherweise die Unsicherheit hinsichtlich der kurzfristigen Aussichten angesichts einer Flut von VorschlĂ€gen von PrĂ€sident Donald Trump wider, kommentierte ein Marktbeobachter. Trump forderte kĂŒrzlich eine einjĂ€hrige Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf 10 Prozent und sprach sich dafĂŒr aus, dass Verteidigungsunternehmen keine Dividenden ausschĂŒtten oder AktienrĂŒckkĂ€ufe tĂ€tigen dĂŒrfen. Zudem sollte institutionellen Anlegern der Kauf von EinfamilienhĂ€usern untersagt werden.
Frische US-Inflationsdaten hatten nur relativ wenig Einfluss auf die Notierungen. So stiegen die Verbraucherpreise im Dezember wie erwartet um 2,7 Prozent. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, betrug unverĂ€ndert 2,6 Prozent. Nach EinschĂ€tzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigen die Preisdaten weiterhin keine nennenswerten Effekte durch die Zollpolitik der US-Regierung. Sollte sich dies in den kommenden Monaten fortsetzen, habe die US-Notenbank Fed grĂŒnes Licht fĂŒr weitere Zinssenkungen.
Die Quartalsberichtssaison der US-Unternehmen eröffnete am Dienstag JPMorgan US46625H1005. Die Ăbernahme der Apple-Kreditkarten von Goldman Sachs US38141G1040 hat der gröĂten US-Bank im Schlussquartal 2025 einen GewinnrĂŒckgang eingebrockt. Die PlĂ€ne von Bankchef Jamie Dimon fĂŒr das laufende Jahr fielen indes höher aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. Die JPMorgan-Aktie verlor zuletzt 3,8 Prozent.
Apple US0378331005 greift unterdessen den Softwarehersteller Adobe US00724F1012 sowie Entwickler von Musik-Anwendungen mit einem deutlich gĂŒnstigeren BĂŒndel-Abopreis fĂŒr seine Kreativ-Apps an. Adobe-Aktien sackten um 5,8 Prozent ab, wĂ€hrend Apple-Papiere stagnierten.
Die Papiere der Kreditkartenanbieter Visa US92826C8394 und Mastercard US57636Q1040 litten erneut unter Trumps Forderung einer Zinsobergrenze und bĂŒĂten zwischen 3,3 und 3,5 Prozent ein.
FĂŒr die Anteilsscheine von Meta US30303M1027 ging es um 2,3 Prozent bergab. Der Facebook-Konzern will mit einem verstĂ€rkten Fokus auf KI rund jeden zehnten Job in seiner verlustreichen Sparte Reality Labs streichen, die einst als Zukunft des Konzerns galt. Die Sparte Reality Labs verbuchte allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen operativen Verlust von gut 13 Milliarden Dollar - bei lediglich 1,2 Milliarden Dollar Umsatz.
Der US-Flugzeugbauer Boeing US0970231058 lieferte nach seiner verschÀrften Krise von 2024 im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Jets aus. Bei den Bestellungen lag Boeing 2025 mit brutto 1.175 Maschinen sogar klar vor seinem europÀischen Konkurrenten Airbus NL0000235190. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Boeing-Aktie gewann als bester Dow-Wert 2,5 Prozent.
Zu den klaren Kursgewinnern zÀhlten auch die Papiere von Intel US4581401001 und AMD US0079031078, die um 8,0 beziehungsweise 6,3 Prozent stiegen. Das Investmenthaus Keybanc Capital Markets hob beide Chipwerte auf "Overweight" an.
Die Titel von Delta Air Lines US2473617023 fielen um 2,1 Prozent. Die Prognose der Fluggesellschaft fĂŒr den Gewinn je Aktie im Jahr 2026 wurde am Markt als zurĂŒckhaltend eingestuft.
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