ROUNDUP, Lettlands

Lettlands PrĂ€sident fĂŒhrt GesprĂ€che ĂŒber neue Regierung

15.05.2026 - 19:15:06 | dpa.de

Nach dem RĂŒcktritt von Lettlands Regierungschefin Evika Silina hat StaatsprĂ€sident Edgars Rinkevics GesprĂ€che mit den sechs im Parlament vertretenen Parteien aufgenommen.

Der Staatschef des baltischen EU- und Nato-Landes traf im Rigaer Schloss zunĂ€chst mit den Progressiven zusammen. Die linksgerichtete Partei hatte der liberalkonservativen MinisterprĂ€sidentin wegen eines politischen Streits ĂŒber den Umgang mit DrohnenvorfĂ€llen an der Grenze zu Russland ihre UnterstĂŒtzung entzogen und damit fĂŒr den Bruch des regierenden DreierbĂŒndnisses gesorgt. Danach traf sich Rinkevics auch noch mit den Vertretern der anderen Parteien.

Silina, die seit September 2023 an der Regierungsspitze stand, hatte am Donnerstag ihren RĂŒcktritt eingereicht. Dies fĂŒhrt gemĂ€ĂŸ lettischer Verfassung automatisch zum RĂŒcktritt des gesamten Kabinetts, das bis zur BestĂ€tigung einer neuen Regierung aber geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt bleibt. Die Regierungskrise trifft Lettland wenige Monate vor der Parlamentswahl im Oktober.

Wichtige Rolle des PrÀsidenten bei Regierungsbildung

Rinkevics, der den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt und den neuen MinisterprĂ€sidenten ernennen muss, will nach eigenen Angaben so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen. Nach den ersten Konsultationen mit den Parteien teilte der PrĂ€sident mit, dass er die Bildung einer handlungsfĂ€higen und vom Parlament unterstĂŒtzten Regierung vor den Wahlen fĂŒr möglich hĂ€lt. Die GesprĂ€che sollen am Samstag fortgesetzt werden.

Wie die kommende Regierung aussehen könnte, ist noch unklar. Drei Parteien haben sich bereits grundsĂ€tzlich darauf verstĂ€ndigt, zusammenarbeiten zu wollen - darunter ist mit dem Bund der GrĂŒnen und Bauern auch eine bisherige Regierungspartei. Sie hĂ€tten zusammen aber noch keine Mehrheit im Parlament. Eine SchlĂŒsselposition bei den GesprĂ€chen wird nach EinschĂ€tzung von Beobachtern Silinas liberalkonservativer Partei Jauna Vienotiba zukommen.

Drohnenvorfall als Krisenursache - erneuter Alarm

Auslöser der politischen Krise war der RĂŒcktritt von Verteidigungsminister Andris Spruds. Der Progressiven-Politiker hatte sein Amt auf Druck von Silina hin niedergelegt, nachdem zwei fehlgeleitete Drohnen nahe der russischen Grenze abgestĂŒrzt waren. Silina hatte Spruds deshalb VersĂ€umnisse bei der Drohnenabwehr vorgeworfen und wollte ihn durch einen MilitĂ€roberst ersetzen.

Im Zuge des Ukraine-Krieges waren zuvor bereits wiederholt Drohnen aus Russland und der Ukraine in den lettischen Luftraum eingeflogen und teils abgestĂŒrzt. Auch in der Nacht zum Freitag erhielten die Bewohner der grenznahen Regionen in der Nacht Handy-Warnungen ĂŒber eine mögliche Bedrohung des Luftraums, die von den Behörden spĂ€ter wieder aufgehoben wurde. Nach Armeeangaben wurden keine auslĂ€ndischen Drohnen entdeckt.

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