Europa Schluss: Anleger machen Kasse
26.06.2026 - 18:36:45 | dpa.deDie Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) seien zurück, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge wegen einer möglichen Knappheit an Speicherchips. "Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu."
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 0,73 Prozent auf 6.221,55 Punkte. Damit ergibt sich für den Leitindex der Eurozone auf Wochensicht nach fünf Anstiegen in Folge nun ein Minus von 1,14 Prozent. Außerhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI CH0009980894 am Freitag nach dem Rekordhoch vom Donnerstag um 0,42 Prozent auf 14.172,71 Zähler. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor 0,21 Prozent auf 10.508,02 Punkte.
Nach Einschätzung des Marktexperten Timo Emden von Emden Research geben geldpolitische Unsicherheiten wieder stärker die Richtung vor. "Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass die KI-Euphorie nicht jeden Bewertungsmaßstab außer Kraft setzen kann."
Die Vortagserholung der Technologiewerte erwies sich am Freitag als Strohfeuer. In Asien nahmen die Anleger zu Wochenschluss wieder massiv Gewinne mit. Der Sektor litt unter Zweifeln an der kurzfristigen Rentabilität von KI-Investitionen sowie der Nachricht, dass Apple US0378331005 Preiserhöhungen für einige Geräte angekündigt hatte, um die drastisch gestiegenen Kosten für Speicherchips weiterzugeben. Dies schürte Ängste vor einer nachlassenden Nachfrage im Privatkundengeschäft.
Im Halbleiterbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung in der Branche auch die Aktien von ASML NL0010273215 und STMicro NL0000226223, die um ein und 3,8 Prozent nachgaben. Für die Papiere der Technologiekonzerne Schneider Electric FR0000121972 und ABB CH0012221716 ging es um 1,3 und 2,5 Prozent abwärts.
Aus Branchensicht mussten auch Ölwerte EU0009658780 deutliche Einbußen hinnehmen. Die Ölpreise hatten am Freitag nach einer kurzen Erholung am Vortag ihre jüngste Talfahrt fortgesetzt. Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank sagte, dass die Aussicht auf eine Normalisierung des Angebots aus der Golfregion die Notierungen belaste.
Die Anteilsscheine von Safran FR0000073272 büßten mehr als drei Prozent ein. Der Triebwerkhersteller befindet sich in exklusiven Verhandlungen über eine mögliche Übernahme von Exail FR0000062671, einem französischen Hersteller von minenzerstörenden Seedrohnen. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von 128,50 Euro je Aktie. Die Anteilsscheine von Exail schnellten um gut ein Viertel auf fast 117 Euro in die Höhe.
