GESAMT-ROUNDUP: Israel greift Teheran an - Iran will Tod von Chamenei rÀchen
01.03.2026 - 15:35:32 | dpa.deDie israelische Armee teilte mit, sie greife "Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an". Einwohner berichteten von lauten Explosionen. Irans PrÀsident Massud Peseschkian bezeichnete die Tötung von Chamenei durch das israelische MilitÀr als offene KriegserklÀrung gegen alle Muslime weltweit.
Israel und die USA greifen seit Samstag Ziele im Iran an. Inzwischen hat auch der Iran bestĂ€tigt, dass Chamenei getötet wurde. US-PrĂ€sident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu haben deutlich gemacht, dass sie mit den Angriffen auf die FĂŒhrungsriege des Landes den Weg fĂŒr einen Machtwechsel ebnen wollen. Sie riefen die Iraner dazu auf, die FĂŒhrung des Landes in die Hand zu nehmen. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und auf Golfstaaten, in denen das US-MilitĂ€r StĂŒtzpunkte unterhĂ€lt.
Israel: Immer wieder Raketenalarm
In Israel gab es das ganze Wochenende immer wieder Raketenalarm. Seit Samstagabend mussten Millionen Menschen bereits rund 20 Mal wegen Angriffen in die SchutzrÀume eilen. In mehreren Gegenden wurden EinschlÀge gemeldet. In Beit Schemesch westlich von Jerusalem wurden neun Menschen beim Einschlag einer Rakete getötet. Insgesamt kamen am Wochenende nach israelischen Angaben mindestens elf Menschen ums Leben, Dutzende Menschen wurden demnach verletzt.
Iran: Zwischen Jubel und Angst
Die Angriffe und die Tötung von Chamenei lösten im Iran Panik und Trauer, aber auch Jubel und Hoffnung aus. Am Sonntag wurde das Stadtzentrum Teherans wieder von Explosionen erschĂŒttert. Bei den Angriffen auch auf andere Regionen des Landes kamen nach Angaben des Roten Halbmonds bereits mehr als 200 Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt.
Trump warnte den Iran vor weiteren GegenschlÀgen. Man werde darauf "mit einer StÀrke, die man noch nie vorher gesehen hat" reagieren. Dennoch schwor der Iran Rache.
Dreierspitze soll Aufgaben Chameneis zunĂ€chst ĂŒbernehmen
Den Iran soll nun vorĂŒbergehend ein dreiköpfiger Rat fĂŒhren: PrĂ€sident Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie das Mitglied des WĂ€chterrats, Alireza Arafi. Das Trio soll die Aufgaben Chameneis ĂŒbernehmen, bis die 88 Geistlichen im sogenannten Expertenrat einen Nachfolger benennen. Wie schnell das MachtgefĂŒge mitten im Krieg neu geordnet werden kann, ist völlig offen.
Explosionen in Golfstaaten
Der Iran beschrĂ€nkte seine Angriffe nicht nur auf Israel. In Bahrain, Katar sowie in Abu Dhabi und Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden EinschlĂ€ge und Explosionen gemeldet. Die Revolutionsgarden hĂ€tten 27 US-StĂŒtzpunkte in der Golfregion angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr der Elitestreitmacht.
Die Eskalation in Nahost wirkt sich erheblich auf den internationalen Luftverkehr aus. Zahlreiche LuftrĂ€ume wurden aus SicherheitsgrĂŒnden geschlossen, Tausende Reisende saĂen fest oder mussten umgeleitet werden. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben groĂen FlughĂ€fen mehr als 3.400 FlĂŒge gestrichen - darunter an den internationalen Drehkreuzen Dubai, Abu Dhabi und Doha.
Israel und USA verteidigen ihr Vorgehen
Die israelische Armee hat Chamenei nach eigenen Angaben am Samstag gezielt getötet, als er sich mit hochrangigen FunktionĂ€ren der StaatsfĂŒhrung in einem GebĂ€udekomplex im Zentrum Teherans aufhielt. Einem Bericht der "New York Times" zufolge gab der US-Auslandsgeheimdienst CIA den entscheidenden Hinweis auf seinen Aufenthaltsort.
Der Iran hat mittlerweile bestÀtigt, dass auch hochrangige MilitÀrs wie Generalstabschef Abdolrahim Mussawi getötet wurden. Die israelische Armee teilte mit, bei den ersten Angriffen am Samstag insgesamt 40 iranische Kommandeure getötet zu haben. Auch Irans Ex-PrÀsident Mahmud Ahmadinedschad kam laut Staatsmedien ums Leben.
Israel und die USA begrĂŒnden ihre Angriffe mit der Bedrohung, die vom Iran und der bisherigen FĂŒhrung ausgehe. Die Attacken begannen kurz nach neuen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ĂŒber Teherans umstrittenes Atomprogramm, durch das sich Israel in seiner Existenz bedroht sieht. Experten sehen in den Angriffen auf den Iran einen Bruch des Völkerrechts.
Europas gespaltene Reaktion
China und Russland, beide wichtige UnterstĂŒtzer des Irans, verurteilten die Tötung von Chamenei. Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem "zynischen VerstoĂ gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts". Das chinesische AuĂenministerium sieht eine Verletzung der SouverĂ€nitĂ€t des Irans und rief zur Einstellung aller militĂ€rischer Handlungen auf.
In Europa fielen die Reaktionen auf die israelisch-amerikanischen Angriffe unterschiedlich aus. Deutschland - gemeinsam mit Frankreich und GroĂbritannien - verurteilte die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region. Die Regierungschefs von Spanien und Norwegen verurteilten nicht nur die iranischen GegenschlĂ€ge, sondern auch die Angriffe auf den Iran in aller SchĂ€rfe.
Der Tod von ReligionsfĂŒhrers Chamenei markiere einen "entscheidenden Moment" in der iranischen Geschichte, teilte die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas mit. Am Nachmittag wollten die EU-AuĂenminister beraten - und auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der am Montag zu einer Reise in die USA aufbrechen will, wollte sich noch einmal Ă€uĂern.
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