Lula, Trump

Lula an Trump: Brasiliens SouverÀnitÀt nicht verhandelbar

14.09.2025 - 19:24:30

Nach der Verurteilung des frĂŒheren brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro zu einer langen Haftstrafe will der amtierende Staatschef Luiz InĂĄcio Lula da Silva mit US-PrĂ€sident Donald ĂŒber die zuletzt gegen sein Land verhĂ€ngte Strafzölle verhandeln.

"PrĂ€sident Trump, wir sind weiterhin offen fĂŒr Verhandlungen ĂŒber alles, was fĂŒr beide Seiten von Vorteil sein kann. Aber die Demokratie und SouverĂ€nitĂ€t Brasiliens stehen nicht zur Debatte", schrieb Lula in einem Gastbeitrag in der Zeitung "The New York Times".

Die US-Regierung hatte zuletzt Einfuhrzölle in Höhe von 50 Prozent auf eine breite Palette brasilianischer Exportprodukte verhĂ€ngt. BegrĂŒndet wurden die Zölle unter anderem mit der strafrechtlichen Verfolgung von Ex-PrĂ€sident Bolsonaro (2019-2022). Am Donnerstag wurde der rechte Politiker nun schließlich wegen eines Putschversuchs nach seiner Wahlniederlage gegen Lula zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt. Bolsonaro gilt als enger VerbĂŒndeter des US-PrĂ€sidenten und wurde wegen der ideologischen NĂ€he und dem Ă€hnlichen Politikstil auch als "Tropen-Trump" bezeichnet.

"Die in diesem Sommer gegen Brasilien verhĂ€ngte Zollerhöhung ist nicht nur fehlgeleitet, sondern auch unlogisch. Die Vereinigten Staaten haben weder ein Handelsdefizit mit unserem Land, noch unterliegen sie hohen Zöllen", schrieb Lula in der "New York Times". "Die fehlende wirtschaftliche BegrĂŒndung fĂŒr diese Maßnahmen macht deutlich, dass die Motivation des Weißen Hauses politischer Natur ist. Es gibt keine ideologischen Differenzen, die zwei Regierungen daran hindern sollten, in Bereichen zusammenzuarbeiten, in denen sie gemeinsame Ziele verfolgen."

@ dpa.de