AKTIE, FOKUS

AKTIE IM FOKUS: Investitionen und Umsatzziel bringen Druck auf Infineon

04.02.2026 - 13:05:23 | dpa.de

Nach der Vorlage von Quartalszahlen samt der beibehaltenen Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 ist die Aktie von Infineon DE0006231004 am Mittwoch auf Berg- und Talfahrt gegangen.

Am Markt wurden die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal des Halbleiterherstellers aus Neubiberg überwiegend gelobt. Dagegen kamen die Aussagen über eine kräftige Erhöhung der Investitionen und auch zum Umsatzziel weniger gut an.

Die am Vorabend bekannt gegebene Übernahme eines Teils des Sensorgeschäfts von AMS Osram AT0000A3EPA4 für 570 Millionen Euro wurde eher am Rande kommentiert. Die Transaktion soll sich dem Unternehmen zufolge unmittelbar mit dem Abschluss positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken.

Die kräftigen Gewinne zum Handelsstart, die die Aktie auf 42,80 Euro katapultiert hatten, bröckelten rasch und deutlich ab, bis das Papier knapp über 39 Euro Halt fand. Zuletzt stand ein Minus von 3,0 Prozent auf 39,83 Euro zu Buche. Damit ist der kurzfristige Trend wieder abwärts gerichtet, wie die gleitende 21-Tage-Linie bei etwas unter 41,65 Euro signalisiert. Die seit Jahresbeginn angesammelten Kursgewinne verringerten sich auf 5,5 Prozent. Ende Januar noch war das Infineon-Papier mit 45,60 Euro auf den höchsten Stand seit rund 25 Jahren gestiegen.

Aktienexperte Andreas Lipkow sprach, wie auch die Analysten von Warburg Research oder Jefferies von einem "insgesamt sehr soliden Quartalsbericht". Sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnentwicklung hätten überzeugt.

"Zwiegespalten sind die Marktteilnehmer aber in Bezug auf die geplanten Investitionen", schränkte Lipkow ein. "Der KI-Halbleiterzyklus ist bereits gut vorangeschritten, und die großen Foundry-Unternehmen aus Taiwan und Südkorea hatten jüngst auf einen potenziellen Preisdruck hingewiesen. Genau diese Furcht vor einem Schweinezyklus lässt die Investoren dann doch lieber Gewinne mitnehmen. 'Sell on good news', wie auch bei AMD US0079031078", erklärte er.

Der Ausdruck Schweinezyklus beschreibt Schwankungen von Preisen und Angebotsmengen, die durch zeitverzögerte Anpassungen der Produktion verursacht werden. Sind die Preise hoch, wird investiert und letztlich zu viel produziert, was dann wiederum die Preise drückt, weshalb das Angebot wieder verringert wird.

JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande äußerte sich ebenfalls eher kritisch. Er nannte die Zahlen "durchwachsen", denn sie hätten die Erwartungen hauptsächlich aufgrund einer besseren Bruttomarge übertroffen. Diese habe vor allem von einer "geringeren Unterauslastung" profitiert sowie von einem vermutlich besseren Produktmix.

Zudem hob Deshpande hervor, dass Infineon zwar trotz des Gegenwinds durch Währungsschwankungen und der Schwäche des Automobilmarktes an seiner Geschäftsjahresprognose, moderat wachsen zu wollen, festhalte. Dies liege aber wahrscheinlich nur daran, dass die Umsatzprognose nicht zahlenmäßig konkretisiert worden sei.

Das avisierte moderate Wachstum "dürfte geringer ausfallen als im November 2025 prognostiziert", schrieb er und erklärte, dass der Chipkonzern zugleich auch an seiner Wechselkursannahme von 1,15 US-Dollar zum Euro festhalte. Diese aber entspreche nicht dem aktuellen Kurs, sondern liege deutlich darunter. "Sollte der US-Dollar auf dem derzeitigen Niveau verharren, werden die Konsensschätzungen aufgrund negativer Währungseffekte auf Umsatz und Segmentgewinn sinken."

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