Vogelgrippe: banger Blick auf zurĂŒckkehrende Zugvögel
01.02.2026 - 10:25:14Grund sei zum einen der FrĂŒhjahrszug der Zugvögel, die vor allem ab Mitte Februar bis Ende MĂ€rz aus ihren Winterquartieren zurĂŒckkehrten, sagte Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald. "Man wird sehen, ob sich das Geschehen dann noch mal intensiviert." Denkbar wĂ€re auch, dass die massive AktivitĂ€t des Erregers im Herbst und Winter zu einer gewissen ImmunitĂ€t bei den Vögeln gefĂŒhrt hat.
"Die Behörden schauen mit Bangen auf den FrĂŒhjahrszug der Vögel und die Aufhebung der Wiederbesetzungssperren." Vor allem in bestimmten Regionen Niedersachsens seien GeflĂŒgelbetriebe nicht mit neuen KĂŒken besetzt worden, nachdem ganze BestĂ€nde nach Vogelgrippe-Nachweisen getötet worden waren. Dadurch werde die Dichte der BestĂ€nde vor allem in Gebieten mit sehr vielen Haltungen gesenkt. Ab Februar, MĂ€rz wĂŒrden diese Sperren aufgehoben, Wiederbelegungen durchgefĂŒhrt und damit die Populationsdichte wieder steigen. "So dass dann auch parallel dazu wieder mehr AusbrĂŒche befĂŒrchtet werden", erklĂ€rte Harder, der das Nationale Referenzlabor fĂŒr AviĂ€re Influenza am FLI leitet.
Experte: So viele Nachweise bei Wildvögeln wie nie zuvor
Seit Anfang Oktober verzeichnet das FLI in Haltungen laut Harder mehr als 200 AusbrĂŒche der Vogelgrippe, auch GeflĂŒgelpest genannt. "Die Mehrzahl davon stammen aus dem November und Dezember letzten Jahres." Weiterhin gebe es aber drei bis fĂŒnf AusbrĂŒche pro Woche. Das Geschehen konzentriere sich aktuell eher auf Deutschland nördlich des Mains. Insgesamt seien etwa drei Millionen gehaltene Tiere gekeult worden, 1,8 Millionen davon allein in Niedersachsen. Deutschlandweit seien das sehr hohe Zahlen, die aber auch schon in vorigen SeuchenzĂŒgen erreicht worden seien.
Anders sehe es bei den Wildvögeln aus. "Wir haben seit erstem Oktober ungefĂ€hr zweieinhalbtausend positiv getestete Wildvögel. So viele haben wir vorher noch nie gehabt." Dabei sei die Dunkelziffer infizierter Vögel und auch verendeter Vögel wesentlich höher. "Von 100 verendeten Kranichen beprobt man vielleicht drei, vier, fĂŒnf." Allein die Zahl der in Deutschland verendeten Kraniche belaufe sich auf schĂ€tzungsweise knapp 20.000 Tiere. Ein derartiges Infektionsgeschehen bei Kranichen habe es hierzulande zuvor nicht gegeben. Zuletzt seien wieder verstĂ€rkt andere Arten betroffen, etwa GĂ€nse, Greifvögel oder SchwĂ€ne. "Weiterhin gibt es regelmĂ€Ăig Nachweise bei Wildvögeln eigentlich ĂŒber das gesamte Bundesgebiet verteilt."
Zuletzt hatte der erste Vogelgrippe-Nachweis bei einer Kuh auĂerhalb der USA Aufsehen erregt. In der Milch eines Tieres in den Niederlanden waren Antikörper gegen den Erreger H5N1 gefunden worden, wie aus einem Schreiben der niederlĂ€ndischen Agrarministerin an das Parlament hervorgeht. Das Risiko schĂ€tzt das FLI nach eigenen Angaben trotz des neuen Falls fĂŒr hiesige WiederkĂ€uer weiter als sehr gering ein - "solange es bei einem Einzelfall bleibt und weitere Untersuchungsergebnisse keine Hinweise auf eine weitere Viruszirkulation bei Rindern liefern", hatte eine Sprecherin geschrieben.

