Zalando sieht Ende der Konsumflaute - 2023 mit Gewinnsprung
13.03.2024 - 09:55:31Zwar dĂŒrfte sich die getrĂŒbte Kauflaune der Konsumenten in Europa auch noch 2024 bemerkbar machen; in den darauffolgenden Jahren sollen die GeschĂ€fte dann aber wieder anziehen und Zalando profitabler werden. An der Börse griffen die Anleger nach den Nachrichten zu: Die Zalando-Scheine verteuerten sich im Handel am Mittwochvormittag um fast 13 Prozent. Nach der Talfahrt 2023 kam damit nun wieder etwas Schwung in den Erholungsversuch.
Wie der Dax-Konzern DE0008469008 am Mittwoch in Berlin mitteilte, sollen das Bruttowarenvolumen (GMV) und der Umsatz bis 2028 durchschnittlich pro Jahr um fĂŒnf bis zehn Prozent zulegen. Im Jahr 2028 will Zalando dann eine um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von sechs bis acht Prozent vorweisen und damit deutlich mehr als zuletzt.
Baader-Bank-Experte Volker Bosse bezeichnete die neuen Mittelfristziele als "ermutigend". JPMorgan-Analystin Georgina Johanan monierte dagegen, dass das Unternehmen nicht lĂ€nger von zweistelligen Wachstumsraten spreche. Von solch ĂŒberdurchschnittlich starken ZuwĂ€chsen hatte Zalando sich in seinen Prognosen allerdings schon zu Beginn des Jahres 2023 verabschiedet. Denn seither belasten knappe Geldbeutel der Konsumenten die GeschĂ€fte.
Auch im laufenden Jahr dĂŒrfte die Konsumflaute erst einmal andauern. So dĂŒrften den Angaben zufolge Umsatz und Bruttowarenwert im schlimmsten Fall auf Vorjahresniveau verharren. Co-Konzernchef Robert Gentz und Finanzchefin Sandra Dembeck stellen im besten Fall aber auch ein Plus von bis zu fĂŒnf Prozent in Aussicht. Durch weitere ProfitabilitĂ€tssteigerungen soll der bereinigte operative Gewinn zudem auf 380 bis 450 Millionen Euro steigen.
Fortan will Zalando seine Sparten neu gliedern. Bislang waren die GeschĂ€fte auf die verschiedenen VerkaufskanĂ€le aufgeteilt, also etwa online und Outlet. KĂŒnftig unterteilt das Unternehmen in zwei Segmente mit GeschĂ€fts- und Privatkunden, also B2B und B2C. Letzteres umfasst neben den Online-Fashion-Stores samt GroĂkundenhandel auch die stationĂ€ren Outlets und Lounge by Zalando und steht fĂŒr den GroĂteil der GeschĂ€fte.
2023 musste Zalando bei Bruttowarenwert und Umsatz der Fashion-Stores noch Federn lassen. Sowohl in der DACH-Region mit Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz als auch in allen anderen LĂ€ndern im Teilbereich "Rest of Europe" gingen die Zahlen nach unten. Kunden schauten dagegen lieber in den Outlets in gröĂeren StĂ€dten oder in der Online-Lounge vorbei, in der es immer wieder AusverkĂ€ufe gibt.
Wegen der getrĂŒbten Kauflaune ging der Bruttowarenwert des Gesamtjahres um 1,1 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zurĂŒck. Der Konzernumsatz sank um knapp zwei Prozent auf 10,1 Milliarden Euro.
Dank Kosteneinsparungen etwa bei der Logistik sprang der um EinmaleinflĂŒsse bereinigte operative Gewinn (Ebit) aber deutlich von fast 185 Millionen Euro auf rund 350 Millionen Euro nach oben. Beim operativen Ergebnis schaffte Zalando das obere Ende der eigenen Zielspanne und ĂŒbertraf die durchschnittlichen AnalystenschĂ€tzungen bei Weitem. Unter dem Strich verdiente Zalando 83 Millionen Euro nach 16,8 Millionen im Jahr zuvor.
Der Konkurrent Inditex ES0148396007 hatte zur Wochenmitte ebenfalls Zahlen fĂŒr sein Ende Januar 2024 abgelaufenes GeschĂ€ftsjahr verkĂŒndet. Die Spanier hatten sowohl bei Umsatz als auch Gewinn deutlich zugelegt. Die schwedische Textilkette H&M SE0000106270 veröffentlicht ihren Bericht zum ersten GeschĂ€ftsquartal, das von Anfang Dezember 2023 bis Ende Februar 2024 lief, am 27. MĂ€rz.

