NRW, FĂ€hren

NRW: FĂ€hren fahren wieder - 'Noch so ein Jahr schaffen wir nicht'

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach einer langen Zwangspause wegen Niedrigwasser nehmen immer mehr RheinfÀhren den Betrieb wieder auf.

Die FĂ€hren in Bad Honnef (NRW) und Linz (Rheinland-Pfalz) sind schon seit einiger Zeit wieder unterwegs, nun kĂŒndigte auch die Zonser FĂ€hre die Wiederaufnahme des FĂ€hrbetriebs fĂŒr Sonntag an - sie fĂ€hrt von DĂŒsseldorf nach Dormagen-Zons. "Es geht endlich wieder los", sagte der Unternehmer Wolfgang Jansen der dpa.

Die FĂ€hre von Bonn-Bad Godesberg nach Königswinter soll am Montag wieder starten. FĂŒr die FĂ€hre zwischen Leverkusen und Köln könnte es ebenfalls nĂ€chste Woche weitergehen - am Montag soll das geprĂŒft werden, wie eine Sprecherin der Stadt Leverkusen sagte.

Nach einem trockenen Sommer sind die PegelstĂ€nde nach einigen Regentagen zwar gestiegen, aber noch immer auf einem niedrigen Niveau. So schĂ€tzte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes fĂŒr Samstagmorgen einen Pegelstand von 17 Zentimetern in DĂŒsseldorf und damit zwei Zentimeter mehr als einen Tag zuvor.

Das ist zwar deutlich mehr als vor einigen Wochen, als der Pegelstand sogar in den Minusbereich gesunken war und damit so niedrig wie noch nie. Der aktuelle Samstagswert liegt aber immer noch unter den 23 Zentimetern des Jahres 2018, der zuvor der Negativ-Rekordwert gewesen war. Am Sonntag kommt der Prognose zufolge deutlich mehr Wasser aus SĂŒddeutschland an, dann soll der DĂŒsseldorfer Pegelstand auf 30 Zentimeter springen.

Herbe wirtschaftliche Einbußen fĂŒr die FĂ€hrbetriebe

FĂŒr die Betreiber war die Niedrigwasser-Zwangspause ein herber RĂŒckschlag. "FĂŒr uns ist das eine Katastrophe, so etwas haben wir noch nie erlebt", sagt der Chef der Zonser FĂ€hre, Jansen. 68 Tage habe seine FĂ€hre in diesem Jahr nicht fahren können. Die Zwangspause sei damit viel lĂ€nger gewesen als 2018, als es 46 Tage gewesen waren. "Das ist dramatisch."

Der 76-JĂ€hrige betreibt die FĂ€hre zusammen mit seinen Söhnen, das Unternehmen hat zudem fĂŒnf Festangestellte und fĂŒnf Aushilfen. Erstmals ging die Firma in Kurzarbeit - ein Teil des Lohns wurde von der Bundesagentur fĂŒr Arbeit bezahlt und der andere Teil von Jansen. Nur weil das Jahr 2025 sehr gut gewesen sei, habe man in diesem Jahr finanziell ĂŒberstanden. Aber: "Noch so ein Jahr schaffen wir nicht", so Jansen.

FĂŒr die Zonser FĂ€hre war der Zeitpunkt der Zwangspausen denkbar schlecht, da viele FußgĂ€nger und Fahrradfahrer das Schiff im Sommer fĂŒr einen Ausflug nach Zons mit seinem mittelalterlichen Zentrum nutzen. Die Zonser FĂ€hre, auf der auch Autos Platz finden, fĂ€hrt normalerweise zwar fast das ganze Jahr, im Herbst und Winter befördert sie aber deutlich weniger FahrgĂ€ste. Der Umsatz sei im bisherigen Jahresverlauf um mehr als ein Drittel eingebrochen, sagt Jansen. Der FĂ€hrbetreiber ist frustriert, dass die Politik zu wenig mache und der Rhein trotz anderslautender AnkĂŒndigungen nicht richtig vertieft worden sei.

FĂ€hre am Niederrhein macht Schluss fĂŒr dieses Jahr

Die Bislicher FÀhre, die zwischen Wesel und Xanten verkehrt, konnte dieses Jahr nach Auskunft des FÀhrleiters Philipp Feine vom Bislicher Heimatverein schon mehr als acht Wochen nicht fahren. Betriebstage werden in diesem Jahr nicht mehr dazu kommen - die AusflugsfÀhre stellt ihren Betrieb jedes Jahr am letzten Oktoberwochenende ein.

Feine schĂ€tzt, dass die FĂ€hre dieses Jahr nur bis zu 45.000 Passagiere verbucht hat und damit 20.000 weniger als in normalen Jahren. "Finanziell trifft uns das", sagt Feine. "Nur dank des guten Vorjahres ist das kein wirtschaftlicher Genickbruch fĂŒr uns."

Mit Blick auf das kommende Jahr sagt der FĂ€hrleiter, man werde mit den Behörden ĂŒber Maßnahmen sprechen. So könnte möglicherweise die Rampe geĂ€ndert werden, um den FĂ€hrbetrieb bei Niedrigwasser lĂ€nger aufrechtzuerhalten als dieses Jahr.

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