DĂ€nemark steht nach Wahl vor schwieriger Regierungsbildung
25.03.2026 - 05:29:59 | dpa.deDie Sozialdemokraten von Regierungschefin Mette Frederiksen wurden zwar mit 21,9 Prozent der Stimmen erneut stĂ€rkste Partei, schnitten aber so schlecht ab wie seit Jahrzehnten nicht. Ihre bisherige Drei-Parteien-Koalition der politischen Mitte ist von einer Mehrheit im Parlament weit entfernt. Auch fĂŒr ein BĂŒndnis aus Frederiksens Sozialdemokraten und mehreren links-grĂŒnen Parteien fehlt eine solche Mehrheit nach AuszĂ€hlung aller im Land abgegebenen Stimmen.
Das Parlament in Kopenhagen hat 179 Sitze. 175 Mandate werden in DÀnemark vergeben, dazu kommen jeweils zwei in Grönland und auf den FÀröer-Inseln - beide gehören zum dÀnischen Königreich. Die grönlÀndischen Stimmen sollten erst am Morgen ausgezÀhlt sein.
Ohne die vier nordatlantischen Abgeordneten - die fĂ€röischen Mandate gehen an einen Sozialdemokraten und eine bĂŒrgerlich-liberale Politikerin - kommt der sogenannte Rote Block aus linken Parteien nach der Wahl auf 84 Sitze - 14 mehr als die bisherige Koalition. Der bĂŒrgerlich-konservative "Blaue Block" kommt auf 77 Sitze.
Zwischen den Lagern steht die relativ neue Partei Moderaterne von AuĂenminister Lars LĂžkke Rasmussen, die sich der politischen Mitte zuordnet. Mit ihren 14 Mandaten könnte der Partei wie schon nach der vorherigen Wahl 2022 wieder eine SchlĂŒsselrolle bei den Verhandlungen ĂŒber eine kĂŒnftige Regierung zufallen.
MinisterprĂ€sidentin Frederiksen regierte bislang mit den Rechtsliberalen und Moderaten. Sie hatte sich vorab nicht festgelegt, ob sie nach der Wahl erneut eine Regierung der Mitte oder ein BĂŒndnis mit den linken Parteien anstreben will. Die in der Migrationspolitik fĂŒr ihre harte Linie bekannte Regierungschefin hatte aber immer wieder betont, dass die unsichere Lage auf der Welt mit zahlreichen Krisen- und Konfliktherden nach Zusammenhalt verlange. Ihre Sozialdemokraten fuhren bei der Parlamentswahl laut der Nachrichtenagentur Ritzau ihr schlechtestes Ergebnis seit 1903 ein.
Frederiksens Herausforderer, der rechtsliberale Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen, warb noch in der Wahlnacht fĂŒr eine bĂŒrgerlich-konservative Regierung mit UnterstĂŒtzung der Partei von Lars LĂžkke Rasmussen.
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