Aktienfokus, Deutschland

AKTIE IM FOKUS: Continental weiter unter Druck - NĂ€chste Analystenabstufung

26.06.2025 - 09:08:27

Nach gutem Lauf der Aktien von April bis Mitte Juni werden derzeit die Stimmen zu Continental DE0005439004 angesichts des bevorstehenden Konzernumbaus kritischer.

In der Folge des jĂŒngsten Kapitalmarkttags, der das vor der Abspaltung stehende AutozuliefergeschĂ€ft bereits getrennt betrachtete, kam am Donnerstag von der US-Bank Morgan Stanley die nĂ€chste Abstufung - nur einen Tag nach einer solchen durch Warburg Research.

Der Continental-Kurs sackte im frĂŒhen Handel nach der Abstufung auf "Equal-weight" durch Morgan Stanley erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 70 Euro ab. Zuletzt notierten die Papiere 0,9 Prozent im Minus auf 70,38 Euro. Die Aktie setzte damit ihren jĂŒngsten AbwĂ€rtstrend fort, nachdem sie sich vor zwei Wochen noch der 80-Euro-Marke genĂ€hert hatte - in diesem Bereich war seit Anfang 2022 mehrmals Schluss gewesen.

Die Analysten von Morgan Stanley senkten am Donnerstag in einer Branchenstudie die SchĂ€tzungen fĂŒr den gesamten Sektor. Sie befĂŒrchten, dass eine Reihe von PrognosekĂŒrzungen von europĂ€ischen Autobauern im Juli auch die Autoteilehersteller treffen werden. Im Falle von Continental sei das VerhĂ€ltnis von Chancen und Risiken nach guter Kursentwicklung inzwischen ausgeglichener. Ähnlich hatte am Vortag das Analysehaus Warburg die Streichung einer Kaufempfehlung begrĂŒndet.

Continental befindet sich derzeit in einem weitreichenden Umbau hin zu einem reinen Reifenhersteller. Das AutozuliefergeschĂ€ft soll noch in diesem Jahr als Abspaltung unter dem Namen Aumovio an die Börse gehen und die Kunststoffsparte Contitech soll bis 2026 vollstĂ€ndig abgestoßen werden. Wegen der US-Zölle waren kĂŒrzlich zum Kapitalmarkttag die Jahresziele fĂŒr die vorerst noch verbleibenden GeschĂ€fte gesenkt worden.

Die Bank of America schrieb am Vortag, dass die erst noch anstehende VerĂ€ußerung von Contitech wegen des damit verbundenen Barmittelzuflusses der wichtigere Kurstreiber sei als die zunĂ€chst anstehende Abspaltung des AutozuliefergeschĂ€fts. Analyst Harry Martin von Bernstein Research zeigte sich fĂŒr diese im September anstehende Maßnahmen am Vortag kritisch. Vor ihr gebe es kaum Grund, die Aktien zu besitzen. Sie hĂ€tten zuletzt den Optimalfall eingepreist, doch die Planungen des Konzerns seien nun eher konservativ ausgefallen.

@ dpa.de | DE0005439004 AKTIENFOKUS