FlughÀfen Leipzig/ Halle und Dresden melden erstmals Gewinn seit Jahren
04.05.2026 - 11:42:37 | dpa.deWie die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) mitteilte, erzielte das Unternehmen im GeschĂ€ftsjahr 2025 erstmals einen Gewinn. Unter dem Strich stand ein Ăberschuss von 10,5 Millionen Euro - nach einem Verlust von 53,5 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Umsatz wÀchst trotz weniger FluggÀste
Die UmsĂ€tze stiegen um 8,2 Prozent auf 201,5 Millionen Euro, obwohl weniger Menschen ĂŒber die FlughĂ€fen reisten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich deutlich von 6,5 auf 27,1 Millionen Euro.
MFAG-Chef Götz Ahmelmann verwies auf Fortschritte im laufenden GeschĂ€ft: "Unsere Ebitda-Marge liegt bei 13,5 Prozent und zeigt, dass die ergriffenen operativen MaĂnahmen greifen." Und das trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds.
Staatliche UnterstĂŒtzung bleibt wichtiger Faktor
Zum positiven Ergebnis trugen auch staatliche Erstattungen fĂŒr Sicherheitsaufgaben bei. Diese seien branchenĂŒblich und stabilisierten das Unternehmen, erklĂ€rte Ahmelmann. "Entscheidend fĂŒr die Sanierung bleibt jedoch die operative Leistung der MFAG aus eigener Kraft."
Die beiden LĂ€nder Sachsen und Sachsen-Anhalt unterstĂŒtzen die FlughĂ€fen derzeit noch finanziell, wollen ihre ZuschĂŒsse aber bis 2030 schrittweise auslaufen lassen.
"Der Turnaround ist damit eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen", sagte Ahmelmann.
Experte erwartet keine stabile Entwicklung
Der Luftfahrtexperte Hartmut Fricke von der Technischen UniversitĂ€t Dresden sieht in den Zahlen keinen einmaligen Sondereffekt, rechnet aber nicht mit einer stabilen Entwicklung. Vor allem die Luftfracht hĂ€nge stark von der allgemeinen Wirtschaftslage ab und bleibe anfĂ€llig fĂŒr Schwankungen. Die Frachtentwicklung sei eine "zarte Pflanze", sagte Fricke. Er erwarte "eine volatile weitere Entwicklung mit keinem weiteren extremen Trend in eine Richtung".
Vor allem kleinere Standorte hĂ€tten strukturelle Probleme. Dresden etwa leide weiterhin "unter der enormen ZurĂŒckhaltung der Airlines, von RegionalflughĂ€fen zu operieren", sagte Fricke. Viele Fluggesellschaften konzentrierten sich stĂ€rker auf gröĂere FlughĂ€fen.
Ohne ZuschĂŒsse kaum tragfĂ€hig
Ohne staatliche UnterstĂŒtzung werden RegionalflughĂ€fen aus seiner Sicht auch kĂŒnftig kaum auskommen. "Deshalb wird es auch in den kommenden Jahren ein klares Bekenntnis der Politik fĂŒr finanzielle UnterstĂŒtzung geben mĂŒssen." Ein wirtschaftlicher Betrieb ohne ZuschĂŒsse sei nicht realistisch. "DafĂŒr ist die Infrastruktur zu teuer, identisch mit Bahn- und SeehĂ€fen", so Fricke.
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