Wettbewerb, Zusammenfassung

Polizei holt Tesla-Gegner von Bagger

10.10.2024 - 16:32:39

Nach mehr als 20 Stunden hat die Polizei die Besetzung eines Baggers nahe der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla US88160R1014 in GrĂŒnheide bei Berlin beendet.

Zahlreiche Tesla-Gegner kamen vorĂŒbergehend in Polizeigewahrsam, weil sie ihre IdentitĂ€t nicht preisgeben wollten. Kurze Zeit spitzte sich die Lage zu: Weil Aktivisten aus dem Wald heraus versuchten, einen Bauzaun zu ĂŒberwinden, setzte die Polizei in der Nacht Pfefferspray ein.

Die Initiative "Tesla Stoppen" kritisierte das Verhalten der Polizei, etwa weil den Besetzern auf der Baumaschine etliche Stunden Zugang zu Trinkwasser verwehrt worden sei. Seit vielen Monaten gibt es in GrĂŒnheide immer wieder Protestaktionen und Demonstrationen gegen das einzige europĂ€ische Tesla-Werk von Elon Musk.

Am Mittwochnachmittag kletterten drei schwarz vermummte Tesla-Gegner auf den Bagger und blockierten damit Erdarbeiten in der NĂ€he von Bahngleisen. Bauarbeiter waren der Polizei zufolge auf einer Baustraße im Einsatz, wo im September BĂ€ume gefĂ€llt wurden. Es geht dort um Vorbereitungen fĂŒr den Bau eines GĂŒterbahnhofs fĂŒr Tesla und eines neuen Personenbahnhofs Fangschleuse ganz in der NĂ€he des Autowerks.

Polizei hÀlt Aktivisten fest

Sieben Personen - darunter zwei Bagger-Besetzer - waren am Donnerstagnachmittag noch in Polizeigewahrsam und befanden sich zur IdentitĂ€tsfeststellung auf einer Polizeidienststelle, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Andere vorĂŒbergehend festgehaltene Aktivisten, die sich etwa ausweisen konnten, wurden wieder entlassen.

Kurz nach 11.00 Uhr war die Blockadeaktion beendet. ZunĂ€chst hatte einer von drei Aktivisten den Bagger laut Polizei in der Nacht freiwillig verlassen. SpezialkrĂ€fte der Polizei, die fĂŒr EinsĂ€tze in der Höhe ausgebildet sind, holten am Vormittag mit Leitern die anderen beiden Personen vom Baufahrzeug.

Aufenthaltsverbote verhÀngt

Gegen die drei Besetzer und andere neun Personen, die sich laut Polizei vermummt im Wald aufhielten, wurden Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Zudem nahm die Polizei eine Strafanzeige gegen die drei Blockierer wegen Nötigung auf.

Bereits kurz zuvor wurden nach Darstellung der Polizei mehrere Baufahrzeuge in unmittelbarer NĂ€he des besetzten Baggers mit Graffitis beschmiert und erheblich beschĂ€digt. Die Polizei prĂŒft, ob es einen Zusammenhang zwischen den SachbeschĂ€digungen und der Aktion am Bagger gibt.

In einer Mitteilung von "Tesla Stoppen" war zu lesen: "Als Reaktion auf den Bau einer Schneise durch den Wald kam es in den letzten Tagen immer wieder zu Aktionen des zivilen Ungehorsams. BauzĂ€une wurden als Barrikaden einbetoniert und an einem Seil ĂŒber die Schneise gehĂ€ngt." Die Bagger-Besetzer selber gehörten nicht der Gruppe "Tesla stoppen" an, wie eine Sprecherin der dpa sagte. Schon seit Ende Februar wenden sich in GrĂŒnheide Umweltaktivisten in einem Waldcamp mit BaumhĂ€usern gegen Tesla.

@ dpa.de | US88160R1014 WETTBEWERB