Volksbanken, Regeln

Volksbanken verschÀrfen Regeln nach teuren NotfalleinsÀtzen

10.03.2025 - 11:07:56

Nach mehreren teuren SanierungsfĂ€llen bei Volksbanken treibt der Branchenverband BVR eine VerschĂ€rfung der Regeln fĂŒr das gemeinsame Rettungsnetz der Genossenschaftsbanken voran.

Die Solidargemeinschaft der Sicherungseinrichtung sei "kein Freifahrtschein fĂŒr hochriskante GeschĂ€fte und grob fahrlĂ€ssiges Handeln", betonte die PrĂ€sidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, in Frankfurt. An der Institutssicherung wĂŒrden nun grundsĂ€tzliche VerĂ€nderungen vorgenommen.

Im vergangenen Jahr musste die genossenschaftliche Finanzgruppe ĂŒber die BVR-Sicherungseinrichtung bei drei Banken Risiken von insgesamt fast 500 Millionen Euro abschirmen - eine ungewöhnlich hohe Summe. "Einige Verantwortliche sind viel zu hohe Risiken eingegangen", sagte Kolak.

"Nur in MĂ€rkten agieren, die man wirklich gut kennt"

Als Konsequenz der NotfalleinsĂ€tze will der BVR kĂŒnftig Institute, "die ĂŒberzogene Risikoprofile haben und kritische GeschĂ€ftsmodelle entwickeln" deutlich stĂ€rker in die Pflicht nehmen, wie BVR-Vorstand Daniel Quinten ausfĂŒhrte. Quinten betonte: "Wir haben klare Erwartungen an die Sorgfalt der GeschĂ€ftsfĂŒhrung in einer Genossenschaftsbank und an die ErfĂŒllung der Sorgfaltspflichten der Institutssicherung. Diese Erwartungen werden wir stĂ€rker zum Gegenstand der PrĂŒfung machen."

Erwogen wird nach BVR-Angaben auch, das Recht zu verankern, generell an Aufsichtsratssitzungen eines Kriseninstituts teilnehmen zu können, wenn dies nötig sein sollte, um so notfalls auch in den direkten Austausch mit den Kontrolleuren eines in Schieflage geratenen Instituts gehen zu können.

BVR: Große Mehrheit der Institute wirtschaftet solide

Der BVR arbeite mit aller Konsequenz an der Weiterentwicklung von Institutssicherung und Sicherungseinrichtung, versicherte BVR-PrĂ€sidentin Kolak. "Missmanagement ist in unserer Solidargemeinschaft nicht akzeptabel. Die Menschen mĂŒssen sich darauf verlassen können, dass unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken gut und sicher gefĂŒhrt werden."

Die große Mehrheit der Institute in der genossenschaftlichen Finanzgruppe gehe keine ĂŒbermĂ€ĂŸigen Risiken ein und habe im vergangenen Jahr belegt, dass sie mit Konjunktur- und Wirtschaftskrisen hervorragend umgehen könne.

In Summe steigerten die 672 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD Banken ihren JahresĂŒberschuss vor Steuern zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf rund 9,5 Milliarden Euro. Der Überschuss betrug diesen vorlĂ€ufigen Zahlen zufolge gut 2,1 Milliarden Euro nach rund 1,96 Milliarden Euro im Jahr 2023.

@ dpa.de