Ergebnisse, Produktion/Absatz

Nestle senkt Mittelfristziele - Sparprogramm ausgeweitet

19.11.2024 - 10:32:58 | dpa.de

Nach schwierigen Zeiten will der neue Nestle CH0038863350-Chef Laurent Freixe das zuletzt enttÀuschende Wachstum des Lebensmittelkonzerns wieder in Gang bringen.

Neben höheren Investitionen in Werbung sowie einer beschleunigten Digitalisierung soll der Fokus auf milliardenschweren Kosteneinsparungen liegen. Zugleich wird das WassergeschĂ€ft kĂŒnftig als eigenstĂ€ndiger Bereich gefĂŒhrt, wie der Manager am Dienstag auf einem Kapitalmarkttag in Vevey erlĂ€uterte. Von den ambitionierteren Mittelfristzielen seines VorgĂ€ngers Mark Schneider verabschiedete sich der Vorstand.

Die Börse reagierte auf die PlĂ€ne nur kurz erfreut: Die zuletzt krĂ€ftig unter Druck geratene Aktie drehte nach anfĂ€nglichen Kursgewinnen wieder ins Minus und verlor am Vormittag gut ein Prozent. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier rund ein FĂŒnftel an Wert eingebĂŒĂŸt.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir ein fĂŒhrendes, nachhaltiges und profitables Wachstum erzielen und Marktanteile gewinnen können und dabei Nestle gleichzeitig auf langfristigen Erfolg ausrichten werden", sagte Freixe laut Mitteilung. Der Konzern mit bekannten Marken wie Maggi, Starbucks US8552441094-Kaffee, BabyernĂ€hrung von Beba und der Tierfuttermarke Purina verfĂŒge ĂŒber ein vielfĂ€ltiges und strategisch gut aufgestelltes Produktportfolio.

Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft werde nun mittelfristig "in einem normalen GeschĂ€ftsumfeld" 4 Prozent plus betragen, teilte der Konzern weiter mit. Dabei werde die zugrunde liegende operative Ergebnismarge auf mittlere Sicht bei 17 Prozent plus erwartet. Bislang hatte das Management ein Wachstum von 4 bis 6 Prozent sowie eine Marge von 17,5 bis 18,5 Prozent fĂŒr die Mittelfristperiode in Aussicht gestellt.

Um seine Ziele zu erreichen, will Nestle kĂŒnftig stĂ€rker die Werbetrommel rĂŒhren. Bis Ende des kommenden Jahres sollen die Investitionen in Werbe- und MarketingaktivitĂ€ten auf bis zu 9 Prozent des Umsatzes steigen, hieß es. Diese liegen nach Unternehmensangaben aktuell noch bei rund 8 Prozent.

"Wir werden jetzt weiter in unsere Marken und Wachstumsplattformen investieren, damit sich das volle Potenzial unserer Produkte fĂŒr unsere Konsumenten und Kunden entfalten kann", fĂŒhrte der erst seit August amtierende Freixe weiter aus.

Zudem wolle sich der Konzern noch stĂ€rker auf Innovationen fokussieren und die digitale Transformation unter anderem mit dem Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) beschleunigen. Im Gegenzug will der Manager "leistungsschwache Bereiche systematisch angehen". Sein Aktionsplan solle auch Arbeitsweisen verbessern, um Nestle effizienter, reaktionsfĂ€higer und agiler zu machen, betonte der Konzernchef.

Um die höheren Ausgaben fĂŒr die Vermarktung zu finanzieren, will der Konzern zugleich an anderen Stellen den GĂŒrtel enger schnallen. ZusĂ€tzlich zu den bereits laufenden Spar-AktivitĂ€ten sollen so bis Ende 2027 mindestens 2,5 Milliarden Schweizer Franken (2,68 Mrd Euro) zusĂ€tzlich eingespart werden. Dazu seien bereits die Arbeiten an wichtigen Projekten in den Bereichen Beschaffung, kommerzielle Investitionen und Strukturkosten aufgenommen worden.

Auf den ersten Blick ragten die zusĂ€tzlichen Milliardeneinsparungen heraus, schrieb Barclays-Analyst Warren Ackerman. Entscheidend seien fĂŒr ihn nun Details zum Rhythmus der Maßnahmen sowie mehr Details zu Umsatzimpulsen und Marktanteilentwicklung.

Nestle hatte zuletzt unter einer schwachen Nachfrage gelitten, vor allem in der ersten JahreshĂ€lfte hatten Preiserhöhungen des Konzerns Kunden von KĂ€ufen abgehalten. Mitte Oktober hatten die Schweizer ein weiteres Mal ihre Ziele fĂŒr das laufende Jahr zusammengestrichen, denn die ursprĂŒnglichen Erwartungen des langjĂ€hrigen Firmenlenkers Mark Schneider hatten sich als zu optimistisch erwiesen. 2024 wird jetzt mit einem organischen Wachstum von rund zwei Prozent und 17 Prozent operativer Marge gerechnet.

2025 erhofft sich Nestle, wie jetzt auf dem Kapitalmarkttag bekannt wurde, immerhin ein verbessertes organisches Umsatzwachstum. Die bereinigte operative Ergebnismarge dĂŒrfte sich im Vergleich zu 2024 aber noch moderat verschlechtern. Laut Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan liegt diese Prognose mit den Markterwartungen gleichauf - diese dĂŒrften sich deshalb nicht Ă€ndern.

Derweil wird Nestles GeschĂ€ft mit Wasserprodukten wie etwa San Pellegrino und PremiumgetrĂ€nken zum 1. Januar 2025 zu einem eigenstĂ€ndigen globalen GeschĂ€ftsbereich zusammengefĂŒhrt. Das soll zur Steigerung der operativen Leistung beitragen. Unter der Leitung von Muriel Lienau werde das neue Management "Strategien fĂŒr diesen GeschĂ€ftsbereich evaluieren" und auch mögliche Partnerschaften ausloten, hieß es weiter.

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