Elon Musks X droht hohe Geldstrafe
12.07.2024 - 12:19:41Damit droht der Firma eine hohe Strafzahlung, wie die BrĂŒsseler Behörde mitteilt. Die Gestaltung der Online-Plattform X kann Nutzer laut Kommission in die Irre fĂŒhren. Konkret wirft die Kommission X (frĂŒher Twitter) vor, dass die Art und Weise der Verifizierung von Nutzerkonten dazu fĂŒhren könne, dass andere Nutzer der Plattform in die Irre gefĂŒhrt werden, weil jeder einen "verifizierten" Account bekommen könne.
Damit veröffentlicht die EU-Kommission erstmals vorlĂ€ufige Untersuchungsergebnisse unter einem neuen EU-Gesetz ĂŒber digitale Dienste (DSA). X kann nun auf die VorwĂŒrfe reagieren. Die Kommission betont, dass ihre heute vorgestellten Ergebnisse noch nicht endgĂŒltig sind.
HĂ€kchen heute fĂŒr Abo-Kunden
Bei Twitter wurden die weiĂ-blauen HĂ€kchen-Symbole zur Verifizierung frĂŒher nach einer PrĂŒfung durch das Unternehmen an Prominente, Politiker und Personen des öffentlichen Lebens vergeben. Das ist auch die gĂ€ngige Praxis bei anderen Online-Diensten. Musk fĂŒhrte hingegen ein, dass alle Abo-Kunden HĂ€kchen bekommen, die so aussehen wie frĂŒher. Insbesondere unmittelbar nach der Umstellung gab es mehrfach Ărger, weil falsche Accounts von Unternehmen und Prominenten plötzlich echt wirkten.
Die Kommission teilte nun mit, es gebe Hinweise darauf, dass böswillige Akteure solche vermeintlich verifizierten Konten auf X missbrauchten, um andere Nutzer zu tÀuschen.
Online-Plattformen mĂŒssen sich wegen des DSA seit einiger Zeit an deutlich strengere Regeln halten. Dabei geht es unter anderem auch darum, dass es mehr Transparenz im Bereich Werbung gibt und Forschenden Zugriff auf bestimmte Daten gewĂ€hrt wird. In beiden Punkten verstöĂt X laut vorlĂ€ufiger Ansicht der EU-Kommission gegen den DSA. Auch gegen andere groĂe Online-Plattformen laufen Untersuchungen auf Grundlage des DSA.
Hohe Strafe droht
Sollte sich die vorlĂ€ufige Auffassung der Kommission bestĂ€tigen, kann die EU-Kommission eine GeldbuĂe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhĂ€ngen. Gegen die Entscheidung könnte gerichtlich vorgegangen werden. Zum aktuellen Umsatz von X sind nur SchĂ€tzungen bekannt.
Seit Musk den VorgĂ€ngerdienst Twitter im Oktober 2022 kaufte und von der Börse nahm, mĂŒssen keine Zahlen mehr vorgelegt werden. Details zum GeschĂ€ft gelangen nur bruchstĂŒckhaft ans Licht. So schrieb der Finanzdienst Bloomberg jĂŒngst, im ersten Halbjahr 2023 seien die Erlöse im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 1,48 Milliarden Dollar gefallen.
X steht auch schon lÀnger in der Kritik, nicht entschieden genug gegen Falschinformationen und Hassrede auf der Plattform vorzugehen. Der DSA verpflichtet Unternehmen auch dazu, strikt gegen illegale Inhalte wie zum Beispiel Hassrede und Hetze im Netz vorzugehen. Elon Musk hatte stets betont, die aus seiner Sicht zu starken EinschrÀnkungen der Meinungsfreiheit auf der Plattform beseitigen zu wollen.
Weitere Untersuchungen
X wurde deswegen von der EU-Kommission bereits ein Fragenkatalog geschickt, nachdem es zahlreiche Hinweise auf illegale und irrefĂŒhrende BeitrĂ€ge zum Angriff der islamistischen Hamas auf Israel auf der Plattform gab. Da die Fragen offenbar nicht zur Zufriedenheit der EU-Kommission beantwortet wurden, wurde ein Verfahren gegen X eröffnet. Dieses lĂ€uft unabhĂ€ngig von den heute vorgestellten vorlĂ€ufigen Ergebnissen weiter.

