ROUNDUP, Einigung

Einigung im Nahverkehrs-Tarifstreit in Bayern

16.04.2026 - 09:50:15 | dpa.de

Nach zahlreichen Verhandlungs- und Streikrunden gibt es im Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr in Bayern eine Einigung.

Das bestĂ€tigten die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband KAV. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk ĂŒber die Einigung berichtet.

Verdi-GewerkschaftssekretĂ€rin Katharina Wagner sprach am Morgen von einer Einigung "mit Licht und Schatten" in der Nacht zum Donnerstag, man habe aber wichtige Knackpunkte abrĂ€umen können. Beim KAV sieht man die Einigung als "fĂŒr alle Seiten ausgewogenes Tarifergebnis". Der Kompromiss geht aufseiten der Gewerkschaft nun in die Mitgliederbefragung.

Bis zum 15. Mai mĂŒssten sich beide Seiten erklĂ€ren. Mindestens bis dahin haben FahrgĂ€ste Ruhe: "Im Rahmen der ErklĂ€rungsfrist wird es zu keinen Warnstreiks kommen", erlĂ€uterte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Sinan ÖztĂŒrk.

NÀchste Verhandlungen könnten 2028 kommen

Der Kompromiss sieht laut KAV eine Entgelterhöhung von insgesamt 7 Prozent vor. Zum Jahresbeginn steigen die Einkommen demnach um 4,1 Prozent, mindestens aber um 120 Euro, zum 1. September um 1 Prozent und zum 1. Januar 2027 um 1,9 Prozent. GrundsĂ€tzlich soll der Tarifvertrag eine Laufzeit von vier Jahren haben. Zum 31. Dezember 2027 gibt es aber ein SonderkĂŒndigungsrecht fĂŒr die Entgelttabelle - 2028 könnte es also in die nĂ€chsten Verhandlungen gehen.

Bei der Arbeitszeit sieht der Kompromiss laut Arbeitgeberseite eine Reduzierung von 38,5 auf 37,5 Stunden von 2029 an vor. Zudem werden Mindestruhezeiten von 10,5 Stunden festgelegt, der Sonntagszuschlag erhöht und die Zeit, in der ein Nachzuschlag gezahlt wird, ausgeweitet.

Warnstreiks mit großen Auswirkungen auf die Öffentlichkeit

Der Tarifkonflikt fĂŒr die laut Verdi rund 9.000, laut KAV rund 10.000 BeschĂ€ftigten bei mehr als 20 Betrieben war mit hoher IntensitĂ€t gefĂŒhrt worden. Die meisten großen bayerischen StĂ€dte waren mehrfach von ganztĂ€gigen oder auch mehrtĂ€gigen Warnstreiks getroffen worden, die den öffentlichen Nahverkehr teils stark einschrĂ€nkten.

Schon in den letzten Verhandlungsrunden war es zu einer langsamen AnnĂ€herung der beiden Seiten gekommen. UrsprĂŒnglich hatte Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine höhere Reduzierung der Wochenarbeitszeit gefordert. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen aber Kosten schlecht.

Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser "Tarifvertrag Nahverkehr" (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den ĂŒbrigen BundeslĂ€ndern wieder Verhandlungen anstehen.

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