NaoTrac-Roboter, Hirn-OPs

NaoTrac-Roboter führt erste autonome Hirn-OPs in Deutschland durch

11.02.2026 - 11:27:11

Die Medizinische Universität Lausitz setzte das System NaoTrac bei sieben neurochirurgischen Eingriffen erfolgreich ein. Es erreichte Submillimetergenauigkeit und verkürzte die Vorbereitungszeit.

In Cottbus hat ein Roboter erstmals eigenständig Hirnoperationen an Menschen durchgeführt. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) setzte das autonome System „NaoTrac“ bei fünf Patienten erfolgreich ein – ein Durchbruch für die robotergestützte Chirurgie in Deutschland.

Präzision im Millimetertakt

Unter Leitung von Professor Dr. Ehab Shiban absolvierte das System in den vergangenen Wochen sieben neurochirurgische Eingriffe. Dazu gehörten komplexe Biopsien, die präzise Platzierung von Kathetern und die Planung von Schädeleröffnungen. Der entscheidende Vorteil: Während herkömmliche Navigationssysteme oft aufwändige Fixierungen benötigen, erfasst NaoTrac die Anatomie des Patienten per Maschinensehen in Sekunden.

„Die Technologie verkürzt die Vorbereitungs- und Narkosezeit erheblich“, erklärt Professor Shiban, Chefarzt der Neurochirurgie. Das System des taiwanesischen Herstellers Brain Navi Biotechnology arbeitet mit einem hohen Grad an Autonomie. Nach der Planung des Zugangswegs anhand von 3D-Bilddaten führt der Roboterarm die geplante Trajektorie selbstständig aus – stets unter Überwachung des Chirurgen.

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Submillimetergenauigkeit bei kritischen Eingriffen

Die Bewegungen des Roboters sind von extremer Vorsicht geprägt: Er arbeitet mit einer Geschwindigkeit von nur 0,5 Millimetern pro Sekunde. Diese langsame, kontrollierte Bewegung soll Schäden am umliegenden Gewebe verhindern. In den ersten Eingriffen erreichte das System eine Genauigkeit im Submillimeterbereich.

Besonders bemerkenswert: Die Operationen betrafen tiefe und sensible Hirnregionen wie den Thalamus und den Hirnstamm. Trotz dieser kritischen Zugänge kam es zu keinem intraoperativen Bluten. „Das System erhöht die Sicherheit, indem es das natürliche Zittern der menschlichen Hand eliminiert“, betont Oberarzt Dr. Petros Evangelou. Die reproduzierbare Präzision ermögliche Eingriffe, die manuell extrem herausfordernd sind.

Aufstieg zur Hightech-Klinik

Für die erst im Juli 2024 gegründete Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem markiert die Einführung einen strategischen Meilenstein. Aus dem ehemaligen Carl-Thiem-Klinikum entsteht damit ein Innovationszentrum für Hochtechnologie-Medizin in Brandenburg.

Die Lausitz-Region, traditionell kein medizinisches Spitzenzentrum, positioniert sich so neu. MUL-CT ist das erste Krankenhaus in Deutschland, das diese spezifische autonome Technologie einsetzt. Ein klares Signal für den Aufbau einer modernen Gesundheitsinfrastruktur im strukturschwachen Osten Deutschlands.

Wie geht es weiter mit der Roboter-Chirurgie?

Die erfolgreichen Einsätze in Cottbus könnten die Akzeptanz autonomer Systeme in deutschen Kliniken beschleunigen. Bislang sind Roboter vor allem in der Urologie und Gynäkologie verbreitet. Die Neurochirurgie galt wegen der enormen Risiken bei der Manipulation von Hirngewebe als schwer automatisierbar.

Experten erwarten, dass sich der Einsatzbereich solcher Systeme bald auf komplexere Tumorresektionen und funktionelle Neurochirurgie ausweitet. Die Kombination aus KI-gestützter Planung und autonomer Ausführung verspricht eine Standardisierung von OP-Ergebnissen. Die Qualität der Versorgung würde damit weniger von der Tagesform des Chirurgen abhängen.

Das Team in Cottbus will den Roboter nun weiter in den Routinebetrieb integrieren und Daten für verfeinerte Anwendungen sammeln. Sollte sich die Technologie bewähren, könnte sie die Präzisionsmedizin revolutionieren – und Patienten in der Region einen Zugang zu weltweit führenden OP-Verfahren verschaffen.

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