Nato, PlÀnen

Nato arbeitet an PlĂ€nen fĂŒr Ausbau der atomaren Abschreckung

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 06:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Nato arbeitet angesichts der Bedrohungen durch Russland an PlĂ€nen fĂŒr einen Ausbau der nuklearen Abschreckung in Europa.

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ist dabei auch die Stationierung zusĂ€tzlicher US-Atomwaffen eine Option. Experten halten es sogar fĂŒr möglich, dass die USA bereits Bomben vom Typ B61-12 auf den LuftwaffenstĂŒtzpunkt Lakenheath in Großbritannien verlegt haben. Bei einer weiteren Zuspitzung der Sicherheitslage könnten zudem auch LĂ€nder wie Polen und Finnland sowie Litauen als Stationierungsstandorte in den Blick kommen.

Bei den Planungen geht es vor allem um sogenannte nichtstrategische Atomwaffen. Diese sind zum Beispiel fĂŒr den Einsatz gegen gegnerische Truppen, FlugplĂ€tze, HĂ€fen, Kommandozentralen und andere militĂ€rische Infrastruktur vorgesehen. Im Vergleich zu strategischen Atomwaffen haben sie hĂ€ufig eine geringere Sprengkraft und sie werden meist mit Kampfflugzeugen oder kĂŒrzer reichenden Raketen oder Marschflugkörpern als TrĂ€ger eingesetzt.

Nato will auf Atomwaffenangriff antworten können

Nach der massiven atomaren AbrĂŒstung nach dem Ende des Kalten Krieges lagerten laut SchĂ€tzungen von Nuklearexperten zuletzt nur noch etwa 100 US-Bomben vom Typ B61-12 auf sechs LuftwaffenstĂŒtzpunkten in Deutschland, Belgien, Italien, den Niederlanden und der TĂŒrkei. In Deutschland sollen sie in BĂŒchel in Rheinland-Pfalz stationiert sein. Die Bomben könnten im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe der Nato im Ernstfall auch von deutschen Kampfjets eingesetzt werden.

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte schloss im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur nicht aus, dass kĂŒnftig mehr US-Atomwaffen in Europa stationiert werden. Er wollte sich aus GeheimhaltungsgrĂŒnden allerdings nicht zu Details der laufenden PrĂŒfungen und Beratungen Ă€ußern. Das BĂŒndnis prĂŒfe fortlaufend, welche FĂ€higkeiten benötigt wĂŒrden und wie der nukleare Abschreckungsmix aussehen mĂŒsse, erklĂ€rte er in einem Mitte des Monats gefĂŒhrten Interview. "Wo immer wir Anpassungen vornehmen mĂŒssen, werden wir dies tun", sagte Rutte. "Wir mĂŒssen sicherstellen, dass uns niemand mit Atomwaffen angreifen kann, ohne dass wir in der Lage wĂ€ren, darauf zu antworten."

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