Rutte, US-Friedensplan

Rutte zu US-Friedensplan: Starke und schwierige Elemente

26.11.2025 - 06:25:55

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte warnt in der Debatte ĂŒber den US-Friedensplan fĂŒr ein Kriegsende in der Ukraine vor zu hohen Erwartungen.

"Er enthĂ€lt einige starke, aber auch einige schwierige Elemente, die noch mehr Arbeit und Verhandlungen erfordern", sagte Rutte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und der spanischen Zeitung "El Pais". "Auf dem Weg zum Frieden sind wir noch lĂ€ngst nicht am Ziel." Der Friedensplan bilde die Grundlage fĂŒr die GesprĂ€che zwischen der Ukraine und den USA.

Am Dienstag hatte die Ukraine den wichtigsten Punkten des US-Friedensplans nach eigenen und US-Angaben zugestimmt. Laut US-PrÀsident Donald Trump sind nur noch wenige Punkte strittig. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj soll noch im November zu einem Treffen mit Trump reisen.

Die USA hatten vergangene Woche einen 28-Punkte-Plan vorgelegt, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. EuropÀer und Ukrainer haben den von vielen als "russische Wunschliste" kritisierten Plan in Genf mit US-Vertretern nachverhandelt.

Rutte bezeichnete die GesprĂ€che in Genf als "echten Erfolg". Das Treffen sei aber zunĂ€chst nur die Grundlage, um die USA und die Ukraine in einen echten Dialog zu bringen. "Aber darauf mĂŒssen weitere Treffen folgen, und dann muss es auch noch separate GesprĂ€che mit der EU und der Nato zu einigen Themen geben."

"Russland hat kein Mitspracherecht"

Rutte kĂŒndigte an, kein Veto aus Moskau zum Ukraine-Beitritt zu akzeptieren. "Russland hat kein Mitspracherecht und kein Veto darĂŒber, wer Nato-Mitglied wird", sagte er. Innerhalb der Nato erfordere die Aufnahme eines neuen Mitglieds jedoch Einstimmigkeit - und mehrere VerbĂŒndete, darunter die USA, hĂ€tten sich derzeit gegen einen Beitritt ausgesprochen. Wenn man sicherstellen wolle, dass Putin nie wieder versuche, die Ukraine anzugreifen, mĂŒssten zumindest entsprechende Sicherheitsgarantien geschaffen werden.

Russland hat nach Ruttes EinschĂ€tzung trotz enormer personeller Verluste an der Front in der Ukraine keine wesentlichen Fortschritte erzielt. "Russland verliert jeden Monat rund 20.000 Soldaten", sagte Rutte dem RND und "El Pais". Nennenswerte Gebietsgewinne habe Russland dabei nicht erzielt. Bislang seien etwa eine Million Russen getötet oder schwer verwundet worden. In diesem Jahr habe Russland nur etwa ein Prozent ukrainisches Territorium eingenommen und rĂŒcke tĂ€glich "nur wenige Meter" vor.

@ dpa.de