Nato-Hauptquartier in Estland unter deutsch-niederlĂ€ndischer FĂŒhrung
Veröffentlicht am: 28.05.2026 um 14:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Deutsch-NiederlĂ€ndische Korps (1GNC) werde voraussichtlich Mitte des Jahres diese neue Rolle ĂŒbernehmen, teilten die Verteidigungsminister beider LĂ€nder mit. Das zusĂ€tzliche Hauptquartier fĂŒr die Region stĂ€rkt nach Angaben der Ministerien den Zusammenhalt der Nato und unterstĂŒtzt die Abschreckung gegenĂŒber Russland.
Das mehr als 30 Jahre alte Korps soll die FĂŒhrung der Nato-Truppenteile sowie der nationalen Elemente der LandstreitkrĂ€fte ĂŒbernehmen, die in Estland und Lettland stationiert sind. Es wird den Angaben zufolge verantwortlich fĂŒr die Leitung von Ăbungen sowie im Ernstfall fĂŒr die Verteidigung der Ostflanke. Bisher ist dafĂŒr das Nato-Hauptquartier in Polen zustĂ€ndig. Die Einrichtung und Leitung eines Hauptquartiers fĂŒr die baltischen Staaten war seit dem Nato-Gipfel 2023 im GesprĂ€ch.
Abschreckung von Russland
"Mit der Einbindung des Deutsch-NiederlĂ€ndischen Korps in die Nato-VerteidigungsplĂ€ne ĂŒbernehmen beide Nationen weitere Verantwortung fĂŒr die Sicherheit Europas", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Seine niederlÀndische Amtskollegin Dilan Yesilgöz lobte die deutsch-niederlÀndische Zusammenarbeit. "Mit der neuen Rolle des 1GNC leisten wir erneut einen konkreten Beitrag zur StÀrkung der Ostflanke der Nato und zur Abschreckung Russlands."
Das deutsch-niederlĂ€ndische Korps war 1995 errichtet worden und hat seinen Standort in MĂŒnster. Das Kommando wechselt turnusmĂ€Ăig zwischen beiden LĂ€ndern. AuĂer den Niederlanden und Deutschland stellen derzeit 14 weitere Nato-VerbĂŒndete Personal. Das Hauptquartier kann eine internationale Truppe von rund 50.000 Soldaten befehligen und hat in der Vergangenheit mehrere internationale EinsĂ€tze geleitet.
