ROUNDUP, Nestle

Nestle wÀchst aus eigener Kraft - ProfitabilitÀt unter Druck

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 11:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der weltgrĂ¶ĂŸte Lebensmittelkonzern Nestle CH0038863350 hat sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 wegen Preissteigerungen und höherer Absatzmengen gesteigert.

Dem standen allerdings negative Wechselkurseffekte gegenĂŒber. Hingegen sank die ProfitabilitĂ€t. Zudem prĂ€sentierte Nestle hat eine Lösung fĂŒr sein WassergeschĂ€ft: Der Nahrungsmittelriese bildet dafĂŒr ein Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Der Deal bewertet das GeschĂ€ft mit Marken wie Perrier und San Pellegrino mit 4,9 Milliarden Euro. An der Börse geriet der Aktienkurs unter Druck.

In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz von Nestle aus eigener Kraft im Jahresvergleich zwar um 3,6 Prozent zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Nominal ergab sich dagegen ein Umsatzminus von 2,5 Prozent auf 43,1 Milliarden Franken (46,4 Mrd Euro).

Der Konkurrent von Danone und Unilever profitierte insgesamt vom Wachstum in aufstrebenden MĂ€rkten und einer grĂ¶ĂŸeren Nachfrage nach Kaffee und Heimtiernahrung. Zudem beschleunigte sich das organische Wachstum im zweiten Quartal etwas im Vergleich zum Jahresauftakt. FĂŒr das Gesamtjahr erwartet die UnternehmensfĂŒhrung nun ein Wachstum aus eigener Kraft von "sicher" 3 bis 4 Prozent, bisher war von rund 3 bis 4 Prozent die Rede gewesen. Zudem soll das Wachstum der Absatzmengen gegenĂŒber 2025 zunehmen.

FĂŒr die operative Marge rechnet Nestle weiterhin mit einer Verbesserung gegenĂŒber den 16,1 Prozent des Vorjahres. Im ersten Halbjahr fiel diese im Jahresvergleich leicht auf 16,4 Prozent, das operative Ergebnis ging um fast 3 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Franken zurĂŒck. Auf der ProfitabilitĂ€t lasteten anhaltend hohe Kosten fĂŒr Kaffee und Kakao, hinzu kamen die US-Zölle sowie höhere Investitionen in Werbung.

Unter dem Strich verdiente Nestle mit knapp 3,5 Milliarden Franken sogar fast ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Belastet wurde das Ergebnis durch Wertberichtigungen von rund 1,4 Milliarden Franken im Zusammenhang mit als zum Verkauf gehalten klassifizierten Vermögenswerten, darunter Teile des Eiscreme- und Vitamin- beziehungsweise NahrungsergÀnzungsgeschÀfts.

Als Wermutstropfen in den Resultaten machten Analysten denn auch die ProfitabilitĂ€t aus. So wiesen die Experten der UBS auf einen Sondereffekt hin, der zur Verbesserung der operativen Marge beigetragen habe. Ohne diesen Effekt wĂ€re die Marge also insgesamt um 40 Basispunkte gesunken. Die Analysten der ZKB verwiesen zudem auf den Ausblick fĂŒr die Marge, der etwas vorsichtiger ausgefallen war. So soll die Marge im zweiten Halbjahr auf einem Ă€hnlichen Niveau wie im ersten liegen und nicht mehr darĂŒber.

Die Aktien fielen in ZĂŒrich bis zum spĂ€ten Vormittag um 6,5 Prozent auf 80,59 Franken. Damit bewegen sie sich nun wieder auf dem Niveau von Ende Juni, als sie einen Ausbruch auf der seit Mitte MĂ€rz bestehenden Handelsspanne unternommen hatten.

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