Discounter Kik schlieĂt etwa 300 Filialen
24.03.2026 - 17:11:37 | dpa.deAbsatz).)
BĂNEN (dpa-AFX) - Der Textil- und Haushaltswaren-Discounter Kik schlieĂt in diesem Jahr Hunderte Filialen. Das teilte der Finanzvorstand Christian KĂŒmmel in einem GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Zahl der GeschĂ€fte sinkt demnach bis Ende 2026 in Europa um etwa 225 auf gut 4.000, davon in Deutschland um 135 auf rund 2.200. Europaweit sind 300 SchlieĂungen vorgesehen und 75 Neueröffnungen. Einige Standorte wurden bereits geschlossen, andere folgen in den kommenden Monaten.
"Wir trimmen unser Portfolio auf ProfitabilitĂ€t", sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Finanzvorstand KĂŒmmel. "Die Formel "Wir machen fĂŒnf neue Filialen auf und haben fĂŒnfmal so viele Kunden" ist nicht 100-prozentig aufgegangen." In einigen FĂ€llen lĂ€gen Filialen weniger als einen Kilometer auseinander. "Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurĂŒck." Alle verbleibenden Standorte seien profitabel.
Eine vollstĂ€ndige Liste der GeschĂ€fte, die schlieĂen sollen oder bereits aufgegeben wurden, legte Kik nicht vor. Zahlreiche BeschĂ€ftigte seien bislang nicht informiert worden, hieĂ es. "Wir werden die Mitarbeitenden der betroffenen Filialen in anderen Filialen weiter beschĂ€ftigen oder anderweitig eine Lösung finden", sagte KĂŒmmel. KĂŒndigungen seien nicht geplant. Kik beschĂ€ftigt etwa 32.000 Menschen, 19.000 davon in Deutschland. KĂŒmmel kann sich vorstellen, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren weiter bereinigt wird.
Kik-Chef: "Unsere loyale Kundschaft wÀchst"
Das Unternehmen hatte im September 2025 angekĂŒndigt, unrentable Filialen zu schlieĂen, um seine WettbewerbsfĂ€higkeit zu steigern. Bereits Ende des Jahres waren einige GeschĂ€fte dichtgemacht worden. Laut KĂŒmmel wurden in der Vergangenheit bereits etwa 100 Filialen pro Jahr geschlossen, die Zahl der Neueröffnungen sei jedoch stets höher gewesen.
Das GeschĂ€ftsmodell von Kik funktioniert nach Angaben von KĂŒmmel weiterhin gut. "Unsere loyale Kundschaft wĂ€chst." Dennoch spĂŒrt das Unternehmen die KaufzurĂŒckhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. "Zwar erhĂ€lt der Discount insgesamt Zulauf. Wir sehen aber, dass der ein oder andere Einkauf weggelassen wird." KĂŒmmel zufolge hat sich das Konsumverhalten verĂ€ndert. "Es gibt eine hohe Wechselbereitschaft und PreissensibilitĂ€t bei Kunden."
Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer sieht einen zunehmenden Wettbewerbsdruck - durch stationĂ€re HĂ€ndler wie Woolworth, NKD und Action sowie asiatische Shopping-Plattformen wie Shein und Temu. An seinem Konzept möchte Kik aber grundsĂ€tzlich festhalten und vornehmlich Textildiscounter sein. Kernzielgruppe sollen weiterhin Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit ihren Familien sein. Rund 60 Prozent des Sortiments entfallen auf Textilien, der Rest auf Non-Food-Produkte wie Haushaltswaren und Deko.
StationĂ€rer Einzelhandel dĂŒnnt aus
Der langjÀhrige Chef Patrick Zahn hatte Kik im September verlassen. In dieser Woche gab das Unternehmen bekannt, dass Ulrich Hanfeld zum 1. Juni sein Nachfolger werden soll.
Kik ist die AbkĂŒrzung fĂŒr "Kunde ist König" und wurde 1994 gegrĂŒndet. Inzwischen ist die Kette in 14 europĂ€ischen LĂ€ndern vertreten. Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. In Deutschland zĂ€hlt Kik zu den EinzelhĂ€ndlern mit den meisten Verkaufsstellen.
Der stationĂ€re Einzelhandel steht wegen der wachsenden Konkurrenz durch den Onlinehandel und der schlechten Konsumstimmung stark unter Druck. Die Zahl der GeschĂ€fte dĂŒrfte in diesem Jahr laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland auf unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000.
Die Zahl der Insolvenzen in der Branche liegt nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. 2025 wurden 2.571 FÀlle verzeichnet.
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