Eli Lilly enttÀuscht mit Studie zu Abnehmpille - Ausblick angehoben
07.08.2025 - 15:51:12(neu:Kurs aktualisiert, Analysten)
INDIANAPOLIS (dpa-AFX) - Eine mit Spannung erwartete Studie zu einer Abnehmpille von Eli Lilly US5324571083 hat die hohen Erwartungen enttĂ€uscht. In der Phase-III-Studie zu Orforglipron wurden die primĂ€ren und sekundĂ€ren Endpunkte zwar erreicht, wie der Pharmakonzern am Donnerstag mitteilte. Allerdings lag die durchschnittliche Gewichtsabnahme von gut elf Prozent in der höchsten Dosierung etwas unter Wegovy des dĂ€nischen Konkurrenten Novo Nordisk DK0062498333. Ein optimistischerer Umsatzausblick von Lilly fĂŒr das Gesamtjahr half dem Aktienkurs nicht.
So rechnet der US-Konzern fĂŒr 2025 nun mit Erlösen von 60 bis 62 Milliarden US-Dollar (bis zu gut 53 Mrd Euro) - nach bisher 58 bis 61 Milliarden Dollar. Im abgelaufenen zweiten Quartal schnellte der Umsatz im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar nach oben. Wesentlicher Treiber war dabei das Wachstum des schon verkĂ€uflichen Abnehmmittels Zepbound und des Diabetesmedikaments Mounjaro. Der Nettogewinn verdoppelte sich sogar fast auf 5,7 Milliarden Dollar.
Damit ergibt sich fĂŒr das zweite Quartal ein Gewinn je Aktie von 6,29 Dollar. Im Gesamtjahr sollen es nun 20,85 bis 22,10 Dollar werden. Bisher standen 20,17 bis 21,67 Dollar im Plan.
Eli Lilly und Novo Nordisk liefern sich ein Rennen um die beherrschende Stellung im weiterhin rasant wachsenden Markt fĂŒr Abnehmmedikamente. Aus Sicht der Anleger an der Börse wĂ€re dabei ein Erfolg mit Pillen Ă€uĂerst wichtig, weil so wohl noch mehr Menschen als mit den bisher verfĂŒgbaren Spritzen angesprochen werden könnten.
Die Aktien von Eli Lilly fielen kurz nach US-Handelsstart um gut gut elf Prozent. Die zuletzt wegen Konkurrenzsorgen gebeutelten Papiere von Novo Nordisk stiegen hingegen in Kopenhagen um neun Prozent. Angesichts der Studien-Daten zu Orforglipron dĂŒrfte der Wettbewerbsdruck auf Novo Nordisk nicht ganz so stark ausfallen, sagte Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan.
Lilly will die Studiendaten zu Orforglipron bis zum Jahresende bei Zulassungsbehörden weltweit einreichen. Bereits 2026 könnte die Pille auf den Markt kommen. Das Mittel ist einfacher zu produzieren als Zepbound und wĂ€re wohl auch gĂŒnstiger fĂŒr Patienten.
Analyst Florent Cespedes von Bernstein Research erinnerte in einer ersten EinschĂ€tzung der aktuellen Lilly-Daten daran, dass in den USA bereits das Zulassungsverfahren fĂŒr eine oral einzunehmende Variante von Novo Nordisks Semaglutid lĂ€uft. Mit einer Zulassung rechnet er gegen Jahresende, mit einem Verkaufsstart 2026. Anders als bei Orforglipron mĂŒsste bei der Novo-Nordisk-Tablette nach der Einnahme am Morgen allerdings eine halbe Stunde bis zur ersten Mahlzeit gewartet werden. Gleichwohl Ă€ndere das wenig an der AttraktivitĂ€t fĂŒr Abnehmwillige.
Der Boom rund um sogenannte GLP-1-Diabetes- und Abnehmmittel hatte die Aktien von Novo Nordisk und Eli Lilly lange angetrieben. Die Papiere des Vorreiters Novo Nordisk waren von Ende 2020 bis Mitte 2024 um fast 400 Prozent auf 1.033 Kronen gestiegen. Dies hatte die DÀnen zum wertvollsten Unternehmen im europÀischen Index Stoxx Europe 50 EU0009658160 gemacht. Zuletzt enttÀuschten die DÀnen aber, auch wegen viel Konkurrenz in dem lukrativen Markt. Auf Sicht von zwölf Monaten ist der Aktienkurs um gut zwei Drittel eingebrochen.
Die Papiere von Eli Lilly, die zwischen Ende 2020 und Mitte 2024 um rund 475 Prozent nach oben geschnellt waren, stehen seither zwar auch unter Druck, haben sich aber besser gehalten. Der Verlust seit ihrem Hoch vor rund einem Jahr betrÀgt rund ein Drittel.

