Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Schwach - Fragezeichen hinter Waffenruhe in Iran

08.05.2026 - 14:59:36 | dpa.de

Neue Kriegssorgen rund um den Iran belasten am Freitag die deutsche Börse.

Der Dax DE0008469008 sank am Nachmittag um 0,93 Prozent auf 24.434 Punkte und entfernte sich damit von der Marke von 25.000 Zählern, die er zur Wochenmitte erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs zeitweise klar überschritten hatte.

Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten gab am Freitag um 0,81 Prozent auf 31.304 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,8 Prozent.

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die Probe gestellt: Zwischen den Kriegsparteien war es in der vergangenen Nacht wieder zu militärischen Spannungen gekommen. Die USA hatten Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen. Der Iran hatte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Beide Seiten widersprechen sich bei der Reihenfolge der jeweiligen Angriffe. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht wachsende Risiken für den jüngst KI-getriebenen und zunehmend sorglosen Markt, wenn der Iran-Konflikt ungelöst bleibe.

Die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ließ die Anleger am Nachmittag eher kalt. Die Beschäftigtenzahl in den Vereinigten Staaten stieg im April stärker als erwartet. Der Lohnzuwachs fiel etwas geringer aus als angenommen.

In der Berichtssaison ging es nach einigen heißen Tagen am Freitag gemächlicher zu. Quartalszahlen veröffentlichte die Commerzbank DE000CBK1001, die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit IT0005239360 im Fokus steht. Das Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten Anteile gaben dennoch um 2,5 Prozent nach. Die Analysten der kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.

Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones DE0006335003, der IT-Dienstleister Bechtle DE0005158703 und der Chemiekonzern Evonik DE000EVNK013 über das abgelaufene Quartal. Bechtle gewannen zuletzt nur noch 1 Prozent nach anfangs stärkerem Zuwachs. Das Analysehaus Jefferies lobte den guten Jahresstart mit starker Nachfrage der öffentlichen Hand in Deutschland. Evonik legten um 2,8 Prozent zu. Krones gaben um 0,9 Prozent nach.

Rheinmetall DE0007030009 verloren nach dem Kursrutsch am Vortag 7,8 Prozent. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzt sich damit fort. Analyst David Perry von JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang Kursrücksetzer stets als Kaufgelegenheit sah, kappte nun sein Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Papiere von "Overweight" auf "Neutral" ab.

Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers Siltronic DE000WAF3001, die am Freitag rund 5 Prozent gewannen. Vom KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast verdoppelt.

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