Niedrige Donau: RumÀnien schaltet AKW Cernavoda komplett ab
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:59 Uhr | dpa.deWie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden KĂŒhlwassers abgeschaltet worden war. Etwa ab 10.00 Uhr MEZ werde die Totalabschaltung abgeschlossen sein. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumĂ€nischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes KĂŒhlwasser aus dem Fluss.
Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr fĂŒr GroĂverbraucher aus der Industrie eingeschrĂ€nkt, sagte Cristian Busoi, StaatssekretĂ€r im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kĂŒrzlich erlassene Regierungsverordnung. FĂŒr die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. FrĂŒheren Berichten zufolge verhandle RumĂ€nien mit den NachbarlĂ€ndern Ukraine und Bulgarien ĂŒber Strom-Importe.
Umleitung von Donauwasser durch Felsen-Sprengung reicht nicht
Erst vor zehn Tagen hatte RumÀnien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwÀrts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt.
Geröll in vier LastkĂ€hnen wurde zudem dann an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfĂŒgig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlĂ€ngert werden konnte, erklĂ€rte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur lĂ€ngerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.
Das AKW Cernavoda produziert jÀhrlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007.
