Nike, Aktie

Nike Aktie: 42 Prozent Minus auf Jahressicht

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 19:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nike senkt Umsatzprognose für das erste Halbjahr 2027. Der Nettogewinn steigt durch eine einmalige Steuerrückerstattung massiv.

Nike Aktie: Umsatzwarnung und Gewinnsprung durch Steuereffekt
Nike - Ein einzelner, abgenutzter Laufschuh auf einer trostlosen, rissigen Laufbahn, in melancholisches Licht getaucht, symbolisiert Rückgang. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Sportartikelriese Nike blickt in ein schwieriges erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2027. Die Aktie notiert am Dienstag mit rund 37,62 Euro leicht im Minus. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 30 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar mehr als 42 Prozent.

Management senkt die Prognose für die kommenden Monate

Der Umsatz im vierten Quartal lag mit 10,97 Milliarden Dollar etwas über den Erwartungen. Doch die Freude währt nur kurz. Der scheidende Finanzvorstand Matt Friend kündigte an, dass Nike für die ersten sechs Monate des neuen Geschäftsjahres mit einem Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich rechnet. Die Begründung: Die weltweite Konsumlaune werde sich kurzfristig nicht verbessern.

CEO Elliott Hill, seit rund zwei Jahren im Amt, räumte ein, dass der Konzern derzeit nicht sein volles Potenzial ausschöpfe. Besonders die Sparten Sportswear und Jordan Streetwear leiden unter der Zurückhaltung der Käufer.

Einmalige Steuerrückerstattung verzerrt das Bild

Der Nettogewinn im vierten Quartal schnellte um 407 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Das klingt spektakulär, ist es aber nicht. Der Anstieg resultiert aus einer einmaligen Zollrückerstattung von 986 Millionen Dollar. Ohne diesen Sondereffekt wäre der operative Gewinn weiter unter Druck geblieben. Die Bruttomarge lag ohne diesen Windfall bei rund 40,3 Prozent.

Einige Geschäftsbereiche laufen gut. Die Running-Kategorie verzeichnete bereits das fünfte Quartal in Folge zweistellige Zuwächse. Andere Segmente bereiten dagegen Sorgen:

  • Greater China: Der Umsatz fiel um 12 Prozent, währungsbereinigt sogar um 17 Prozent.
  • Converse: Die Tochtergesellschaft verbuchte einen Umsatzrückgang von 32 Prozent. Der operative Gewinn brach von 240 Millionen auf nur noch 18 Millionen Dollar ein.
  • Direktvertrieb (DTC): Die Erlöse sanken um sieben Prozent.

Wechsel an der Finanzspitze im August

Im August 2026 übernimmt David M. Denton den Posten des Finanzvorstands. Analysten erwarten, dass er den Sanierungskurs des Konzerns beschleunigt und sich stärker auf die Kapitalallokation konzentriert.

Die Einschätzung der Analysten fällt gespalten aus. Jefferies hält die Aktie für möglicherweise nahe am Boden. Telsey und Guggenheim bleiben dagegen vorsichtig und verweisen auf schwache Umsatzprognosen bis 2028. Positiv stimmt indes das Verhalten der Insider: Direktor Timothy Cook und CEO Elliott Hill kauften im zweiten Quartal beide signifikant Aktien zu.

Der technische Chart zeigt ein neutrales Bild. Der RSI von 48,4 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation. Die Aktie notiert aber deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von knapp 49 Euro. Das 52-Wochen-Tief von 34,43 Euro liegt nur etwa neun Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Der Fokus der Anleger liegt nun darauf, ob die Erholung im Großhandel und neue Produktlaunches wie die Travis Scott 'Athlete Series' den anhaltenden Konsumausgabenrückgang ausgleichen können.

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