Frankfurt-News, Saisonale

Börse Frankfurt-News: Saisonale RĂŒckenwinde (Wochenausblick)

03.11.2025 - 10:41:26

Noch tritt der DAX auf der Stelle. Doch immer wieder wird auf saisonale Faktoren verwiesen - denn Jahresendrallys gibt es tatsÀchlich oft.

Unterdessen werden die Warnungen vor einer KI-Blase lauter.

3. November 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der DAX hinkt dem US-Aktienmarkt weiter hinterher. WĂ€hrend es fĂŒr den DAX schon seit Mai seitwĂ€rts geht, haben S&P 500, Dow Jones und Nasdaq vergangene Woche abermals neue Hochs erreicht. "Scheinbar zweifeln manche Investoren aufgrund anhaltend enttĂ€uschender Konjunkturdaten daran, ob die neue Regierung die deutsche Wirtschaft wirklich nachhaltig zum Wachstum zurĂŒckbringen kann", kommentiert Andreas HĂŒrkamp von der Commerzbank.

Etwas Ruhe eingekehrt ist im Handelsstreit. "Die handelspolitischen Wogen scheinen durch das Treffen der beiden mĂ€chtigsten MĂ€nner dieser Welt, Trump und Xi, etwas geglĂ€ttet worden zu sein", erklĂ€rt Ulf Krauss von der Helaba. FĂŒr die westlichen Industrien sei vor allem die AnkĂŒndigung einer Lösung fĂŒr die Versorgung mit Seltenen Erden wichtig.

Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen knapp ĂŒber 24.000 Punkten nach 23.958 ZĂ€hlern am Freitag zu Handelsschluss. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) und auch die US-MĂ€rkte hatten am Freitag etwas unter ihren kurz zuvor erreichten RekordstĂ€nden geschlossen. AuffĂ€llig ist aktuell die Bitcoin-Entwicklung: Der Preis liegt jetzt nur noch bei 107.000 US-Dollar nach in der Spitze ĂŒber 124.000 US-Dollar Anfang Oktober. Der Goldpreis (XC0009655157) ist hingegen wieder ĂŒber die Marke von 4.000 US-Dollar gestiegen, aktuell sind es 4.022 US-Dollar.

Warnungen vor KI-Blase lauter

"Die Anlegerstimmung wird von der Entwicklung der Unternehmensgewinne getragen - und diese laufen derzeit auf Hochtouren", bemerkt Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Allerdings gebe es auch mahnende Stimmen: Trotz steigender Gewinne und teils positiver Börsenreaktionen wachse die Skepsis hinsichtlich einer möglichen Überhitzung. Kritiker warnten vor einer Investitionsblase und stellten die realen ErtrĂ€ge sowie die VerfĂŒgbarkeit von Ressourcen infrage. "Wie bei allen bahnbrechenden Neuerungen wird es auch beim Einzug der KI disruptive Effekte geben, die Verlierer von Gewinnern trennen werden."

"Renditen Ende des Jahres besonders positiv"

Nach EinschĂ€tzung von Bernd Meyer von Berenberg ist das Umfeld fĂŒr Aktien allerdings weiterhin sehr vorteilhaft. "Die Kombination aus den Leitzinssenkungen der Fed, soliden Konjunkturdaten sowie positiv ĂŒberraschenden Unternehmensergebnissen sollten Aktien einen relativ guten Jahresabschluss bescheren", erklĂ€rt er. Nicht zu vernachlĂ€ssigen seien auch saisonale RĂŒckenwinde. Im historischen Schnitt sei die Rendite ĂŒber die nachfolgenden drei Monate von EU- und US-Aktien fĂŒr Oktober und November besonders positiv. "Aber auch eine nicht allzu hohe Marktpositionierung von Investorenseite stimmen uns positiv fĂŒr Aktien."

"25.000 Punkte schnell möglich"

Christoph Geyer verweist darauf, dass jeder Versuch eines DAX-Ausbruchs nach oben oder unten bislang gescheitert ist. "Die Lage hat sich aber jetzt signifikant verĂ€ndert. Wir befinden uns nĂ€mlich in der besten statistischen Lage des Jahres", erklĂ€rt der Charttechniker. Somit könne in den kommenden Tagen eine Rallye starten. Allerdings dĂŒrfe es keine neuen Störungen durch Zoll-Themen geben. "Sollte sich die Lage also etwas beruhigen, ist ein Ausbruch nach oben und ein Erreichen der nĂ€chsten großen runden Zahl von 25.000 Punkten schnell möglich."

Nach der Flut an Daten in der Vorwoche ist der Kalender diese Woche eher dĂŒnn bestĂŒckt. Aus den USA dĂŒrften viele Daten wegen des anhaltenden Shutdowns ausbleiben, etwa die AuftragseingĂ€nge der Industrie im September und die Arbeitslosenzahlen fĂŒr den Oktober. DafĂŒr berichten viele Unternehmen, in Deutschland beispielsweise Fresenius Medical Care und Fresenius, BMW, Siemens Healthineers, Vonovia, Commerzbank, Continental, DHL, Gea, Henkel, Rheinmetall, Zalando und Daimler Truck.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 3. November

Japan: Börse geschlossen/Feiertag.

16.00 Uhr. USA: ISM Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober. Regionale Umfragewerte sind der Helaba zufolge im Oktober uneinheitlich ausgefallen und ließen per saldo auf einen wenig verĂ€nderten Wert schließen.

Mittwoch, 5. November

8.00 Uhr. Deutschland: AuftragseingĂ€nge September. Die Commerzbank erwartet fĂŒr diese Woche wieder bessere Nachrichten von der deutschen Konjunktur, fĂŒr die AuftragseingĂ€nge prognostiziert sie einen Anstieg um 3 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat.

Donnerstag, 6. November

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion September. Die Commerzbank hĂ€lt einen neuerlichen Einbruch fĂŒr unwahrscheinlich. Die Stimmungsindikatoren fĂŒr die Industrie hĂ€tten sich zuletzt zwar kaum noch verbessert, merklich gefallen seien sie aber auch nicht. Zudem habe es in der Autoindustrie wohl eine Gegenbewegung nach dem Einbruch im August gegeben.

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England. Die Bank of England dĂŒrfte ihre Zinssenkungspause verlĂ€ngern und den Leitzins unverĂ€ndert bei 4 Prozent belassen, meint die DekaBank. Die erhöhte Inflation gebe ihr den Spielraum fĂŒr eine abwartende Haltung. Zudem wollten die Notenbanker vermutlich den neuen Haushaltsplan der britischen Regierung Ende November abwarten.

Von Anna-Maria Borse, 3. November 2025, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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