Nokia Aktie: 0,04 Euro Dividende beschlossen
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 00:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nokia zahlt eine neue Dividendenrate aus. Die Bank of America hebt ihr Kursziel an. Und trotzdem verliert die Nokia-Aktie an einem einzigen Tag über sechs Prozent. Das ist die Diskrepanz, die Anleger diese Woche beschäftigt.
Der Kurs schloss am Freitag bei 8,06 Euro, ein Minus von 6,32 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Rückgang auf 9,38 Prozent. Der Verkaufsdruck kommt trotz besserer Geschäftszahlen und einer angehobenen Jahresprognose.
Der Aufsichtsrat zahlt weiter aus
Am 23. Juli 2026 beschloss der Aufsichtsrat eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie. Stichtag ist der 28. Juli, die Auszahlung folgt am 6. August 2026.
Die Ausschüttung stützt sich auf eine Ermächtigung der Hauptversammlung vom 9. April 2026. Diese erlaubt dem Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt bis zu 0,14 Euro je Aktie auszuschütten, verteilt auf vier Tranchen. Nach der aktuellen Zahlung bleibt eine Restermächtigung von maximal 0,06 Euro je Aktie.
Bessere Zahlen, höhere Kursziele
Die Dividendenmeldung fiel zeitlich mit den Halbjahreszahlen zusammen. Sie zeigen deutlich mehr Schwung bei KI-getriebener Nachfrage. Die Bank of America reagierte darauf und hob ihr Kursziel für Nokia von 18 auf 18,50 US-Dollar an, das Buy-Rating bleibt bestehen.
Ein technischer Bilanzierungseffekt trübte das Bild zunächst. Nokia stufte sein Geschäft mit Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge als aufgegebene Geschäftsbereiche ein. Der Verkauf der ersten Sparte ist vereinbart, für die zweite gilt ein Verkauf als höchst wahrscheinlich. Ohne diese Umgliederung wären die Nettoumsätze im zweiten Quartal um 66 Millionen Euro höher ausgefallen, der vergleichbare operative Gewinn um 13 Millionen Euro niedriger.
Unter dem Strich verbesserte sich die operative Substanz trotzdem spürbar. Der vergleichbare operative Gewinn im zweiten Quartal stieg um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr steht ein Plus von 70 Prozent auf 726 Millionen Euro zu Buche, das vergleichbare verwässerte Ergebnis je Aktie kletterte im zweiten Quartal auf 0,07 Euro.
Besonders auffällig: der Auftragseingang im Segment KI und Cloud. Er erreichte im zweiten Quartal 2,8 Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon soll sich innerhalb von zwölf Monaten in Umsatz verwandeln.
Nokia hob parallel die Jahresprognose an. Für 2026 rechnet der Konzern nun mit einem vergleichbaren operativen Gewinn zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro. Die Netzinfrastruktur-Sparte soll um 12 bis 14 Prozent wachsen, die Investitionsausgaben liegen bei 800 bis 900 Millionen Euro. Hinzu kommen Restrukturierungskosten von etwa 800 Millionen Euro mit Barmittelabflüssen von 700 bis 800 Millionen Euro.
Auf der Fertigungsseite baut Nokia seine US-Präsenz weiter aus. Der Konzern vereinbarte den Kauf von NXPs Chandler-Halbleiterfabrik in Arizona, um die optische Fertigungskapazität in den USA zu erweitern.
Kurs unter Druck trotz solider Fundamentaldaten
Die verbesserten Zahlen und die neue Dividende haben den Ausverkauf bislang nicht gestoppt. Der Freitagsschlusskurs liegt 46,16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erreicht am 3. Juni 2026. Der 14-Tage-RSI von 29,5 signalisiert überverkaufte Bedingungen, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 66,88 Prozent zeigt, wie nervös der Handel seit den Quartalszahlen geworden ist.
Auf längere Sicht bleibt das Bild deutlich freundlicher. Über zwölf Monate steht die Aktie mit 116,90 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn mit 44,19 Prozent. Der scharfe Rücksetzer der vergangenen Woche relativiert sich damit vor dem Hintergrund einer Neubewertung, die Nokia als Profiteur der KI-getriebenen Netzwerk- und Optik-Nachfrage einordnet.
Die Auszahlung am 6. August dürfte ein erster Test dafür sein, ob sich die Stimmung nach dem heftigen Nachbeben der Quartalszahlen wieder beruhigt.
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