NRW, Tariflöhne

NRW pocht auf Tariflöhne trotz Spardrucks bei KrankenhÀusern

06.05.2026 - 12:30:41 | dpa.de

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mahnt, die KrankenhĂ€user mit dem geplanten Sparpaket des Bundes zur Stabilisierung der KrankenkassenbeitrĂ€ge nicht zu ĂŒberfordern.

Nirgendwo in Deutschland seien die KrankenhĂ€user auf Rosen gebettet, stellte er in einer Aktuellen Stunde des DĂŒsseldorfer Landtags fest. Angesichts dessen sei das Einsparvolumen, was von den KrankenhĂ€usern verlangt werde, hoch.

NRW habe keine bedarfsgerechte Krankenhausplanung auf die Beine gestellt, damit die HĂ€user am Ende in der Insolvenz landeten, warnte Laumann. "Das kann ja nicht das Ziel sein." Deswegen werde die Landesregierung genau hinschauen, wo die derzeit formulierten Sparziele zu unerwĂŒnschten StrukturverĂ€nderungen fĂŒhren könnten.

Laumann: Tariflöhne in KrankenhÀusern bleiben meine DNA

Das gelte auch fĂŒr den Personalbereich der KrankenhĂ€user. Es passe nicht zusammen, ĂŒberall im öffentlichen Dienst Tariflöhne zu bezahlen, wenn das am Ende in den KrankenhĂ€usern nicht mehr möglich wĂ€re. "Das bleibt meine DNA, dass ich will, dass in den KrankenhĂ€usern natĂŒrlich die TariffĂ€higkeit der KrankenhĂ€user erhalten bleibt", betonte der Gesundheitsminister.

Das habe NRW in seinen Stellungnahmen an die Bundesregierung auch deutlich gemacht. "Das wird wahrscheinlich auch ein erheblicher Punkt fĂŒr das Bundesratsverfahren werden."

Vom Grundsatz her halte er den Gesetzentwurf der Bundesregierung aber fĂŒr gelungen, weil alle Bevölkerungsgruppen und Leistungserbringer beteiligt wĂŒrden, bekrĂ€ftigte Laumann. Im Sparpaket des Bundeskabinetts sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und in der Pharmabranche geplant, aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente sowie EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

"Löwe" Laumann: gut gebrĂŒllt, schlecht gelandet?

Die FDP-Opposition hatte die Aktuelle Stunde beantragt, um zu klĂ€ren, wie die Landesregierung noch Nachbesserungen an dem Paket erreichen will, um zusĂ€tzliche Belastungen der nordrhein-westfĂ€lischen Wirtschaft zu vermeiden. Schließlich sei in den vergangenen Wochen auch Kritik aus der schwarz-grĂŒnen Koalition laut geworden.

TatsĂ€chlich habe der Landtag dazu aber nichts Konkretes von Laumann gehört, bilanzierte die FDP-Abgeordnete Susanne Schneider. "Der Löwe hat sehr gut gebrĂŒllt, ist aber als Bettvorleger gelandet."

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