Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Core EPS bei 2,41 US-Dollar

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 11:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis überrascht mit starkem Quartalsgewinn, während neue Medikamente den Umsatzrückgang bei Entresto ausgleichen.

Novartis übertrifft Erwartungen: Kisqali und Kesimpta als Wachstumstreiber
Modernes pharmazeutisches Forschungslabor als Symbol für Innovation und Wachstum im Gesundheitssektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Novartis hat am 21. Juli 2026 Quartalszahlen vorgelegt, die den Markt positiv überrascht haben. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Core EPS) kletterte auf 2,41 US-Dollar und lag damit deutlich über dem Konsens von 2,19 US-Dollar. Getragen wurde das Ergebnis von zwei Wachstumsträgern im Portfolio, während ein einstiger Kassenschlager massiv unter Druck geriet.

Kisqali und Kesimpta fangen Entresto-Schwäche auf

Der Umsatz mit dem Krebsmedikament Kisqali legte im zweiten Quartal um 43 Prozent zu, das Multiple-Sklerose-Präparat Kesimpta wuchs um 32 Prozent. Beide Wirkstoffe kompensierten damit einen Einbruch beim Herzmedikament Entresto, dessen Erlöse infolge von Generika-Konkurrenz um 51 Prozent einbrachen. Novartis bekräftigte zugleich in einer Ad-hoc-Mitteilung die Jahresprognose für 2026: Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Nettoumsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während das bereinigte operative Ergebnis im niedrigen einstelligen Bereich zurückgehen dürfte.

Parallel zu den Zahlen meldete der Konzern regulatorische Fortschritte in der Pipeline. Bei der US-Gesundheitsbehörde FDA reichte Novartis einen Antrag auf beschleunigte Zulassung für den Wirkstoff Del-zota zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie ein. Wenige Tage zuvor, am 17. Juli 2026, hatte die FDA bereits die reguläre Zulassung für Fabhalta (Iptacopan) zur Verzögerung des Nierenfunktionsverlusts bei Erwachsenen mit primärer IgA-Nephropathie erteilt – eine Umwandlung der bereits 2024 erteilten beschleunigten Zulassung in eine Vollzulassung. Zusätzlich baute Novartis nach einem Medienbericht seine Zusammenarbeit mit Chai Discovery im Bereich der KI-gestützten Antikörper-Entwicklung aus.

Analysten reagieren mit vorsichtigem Optimismus

Die Reaktionen der Analystenhäuser auf die Quartalszahlen fielen differenziert aus. Bernstein Research hob das Kursziel am 22. Juli 2026 von 125,00 CHF auf 132,84 CHF an und passte die Ergebnisschätzungen für den Zeitraum 2026 bis 2031 nach oben an, beließ die Einstufung aber bei „Market-Perform“. Die DZ Bank erhöhte am selben Tag ihren fairen Wert von 124 CHF auf 130 CHF und verwies zur Begründung auf die hohe Dynamik der neuen Medikamentengeneration, hält die Aktie mit dem Votum „Halten“ aber ebenfalls nur für fair bewertet.

Zurückhaltender äußerten sich Jefferies und Morningstar. Jefferies-Analyst Michael Leuchten bestätigte am 23. Juli 2026 die Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 110 CHF und sieht die Aktie nach den Zahlen als fair eingepreist an. Morningstar-Analyst Jay Lee beließ seinen Fair Value am selben Tag bei 109 CHF und stufte das Papier sogar als leicht überbewertet ein. Als Begründung nannte er, dass die positiven Effekte des zweiten Quartals teilweise auf temporäre Verschiebungen bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben zurückzuführen seien.

Kurs nähert sich altem Hoch

Der Aktienkurs hat die überwiegend konstruktive Nachrichtenlage der vergangenen Tage aufgenommen. Am Donnerstag schloss das Papier bei 137,26 Euro, ein Plus von 1,51 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert die Aktie rund 9,70 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und hat sich dem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro aus Ende Februar wieder angenähert, von dem sie nur noch 4,88 Prozent entfernt liegt. Seit Jahresbeginn steht damit ein deutliches Kursplus zu Buche.

Die Spanne der Kursziele zwischen 109 und knapp 133 Schweizer Franken zeigt, dass die Analystenhäuser trotz des Gewinnsprungs unterschiedliche Risiken gewichten. Während Bernstein und DZ Bank die Wachstumsdynamik der neuen Produktgeneration stärker honorieren, mahnen Jefferies und Morningstar zur Vorsicht angesichts des anhaltenden Entresto-Einbruchs und möglicher Einmaleffekte bei den F&E-Ausgaben. Der nächste Stimmungstest für den Konzern steht am 27. Oktober 2026 an, wenn Novartis die Finanzergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026 veröffentlicht.

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