Novartis, Aktie

Novartis Aktie: Section-301-Untersuchung gegen Deutschland

20.06.2026 - 15:14:44 | boerse-global.de

US-Ermittlungen zu Medikamentenpreisen belasten Novartis. Bestehende Verträge mit US-Behörden stabilisieren die Aktie vorerst.

Novartis-Aktie unter Druck durch US-Ermittlungen gegen Deutschland
Novartis - Abstrakte Darstellung eines Rechtsdokuments oder Parlamentsgebäudes, angedeutete internationale Handelsstreitigkeiten, verschwommener pharmazeutischer Hintergrund. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die USA leiten eine „Section-301“-Untersuchung gegen Deutschland ein. Der Vorwurf: Berlin betreibe Trittbrettfahrerei bei Medikamentenpreisen und drücke die Kosten zulasten der amerikanischen Pharmaforschung. Novartis, mit massiven US-Investitionen und Sonderabkommen mit den US-Behörden, gerät damit zwischen die Fronten.

Operative Basis in den USA als Schutzschild

Novartis investiert seit Jahren zweistellige Milliardenbeträge in den USA. Der Konzern hat separate vertragliche Regelungen mit den US-Behörden ausgehandelt. Dazu gehören Zollbefreiungen für drei Jahre und Vereinbarungen zur Preisgestaltung. Diese Verträge wirken derzeit als Stabilisator. Die Frage ist, wie lange sie den Konzern vor neuen regulatorischen Wellen schützen.

Die Aktie zeigte sich am Freitag dennoch robust. Sie fiel um 0,12 Prozent auf 128,14 Euro. Das ist fast exakt der 50-Tage-Durchschnitt (127,96 Euro). Der RSI liegt bei 48,0 – neutral, abwartend. Zum 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro (27. Februar 2026) fehlen 11,20 Prozent.

Ausblick auf das zweite Quartal

Die Spannung liegt nun auf den Zahlen fürs zweite Quartal. Sie werden im Juli erwartet. Das Schweizer SECO senkte jüngst die BIP-Prognose für das laufende Jahr auf 0,9 Prozent. Investoren dürften daher verstärkt auf die operative Marge und die Effizienzprogramme von Novartis achten.

Kurz gesagt: Die US-Ermittlungen sind ein neuer Risikofaktor. Die bestehenden Verträge mit den US-Behörden geben vorerst Halt. Ob das reicht, entscheiden die Quartalszahlen im Juli.

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